Jan Fabre in der Augustinuskirche

Jan Fabre in der Augustinuskirche

Kirche geöffnet vom 3. Juli bis 9. August 2018

Montag, 2. Juli 2018 — 1628 erteilte der Augustinerorden den drei großen Antwerpener Barockmalern – Rubens, Jordaens und Van Dyck – den Auftrag, Altarstücke für die Klosterkirche in der Kammenstraat anzufertigen. Anlässlich Antwerp Baroque 2018 wird Jan Fabre in diesem Jahr die gleiche Ehre zuteil. Heute dient die ehemalige Augustinuskirche als Begegnungsstätte und Musikzentrum AMUZ. Speziell für die neuen Kunstwerken ist die Kirche bis zum 9. August montags von 14 bis 20 Uhr und dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Nachdem ist sie nur noch während Konzerte und montags von 14 bis 20 Uhr zu besuchen.

Altarbilder

Jan Fabre erkundet in seiner Interpretation der Altarbilder nicht nur die barocke Ikonografie der Augustiner – die den Gläubigen den Weg zum Spirituellen weisen soll – sondern auch die drei heutigen Funktionen des AMUZ: Konzertsaal, Begegnungsstätte, Businesscenter und Tonstudio. Mit „Het monastieke optreden“ (der klösterliche Auftritt), „Het mystieke contract“ (der mystische Vertrag) und „De extatische opname“ (die ekstatische Aufnahme) konzentriert er sich von seiner eigenen Bildsprache ausgehend auf jeden dieser Aspekte. Er übersetzt – oder vielmehr transferiert – die Altarbilder Jordaens, Van Dycks und Rubens in die zeitgenössische Sprache und setzt sie in ihren aktuellen Kontext, ohne jedoch eine Eins-zu-eins-Umsetzung erschaffen zu wollen.

Aus verschiedenen Collage-Zeichnungen erschaffen, sind sie eine assoziative Verbindung von Kernelementen aus Fabres Gesamtwerk – wie dem Lamm, dem Feuer, der Frau, der Spiritualität und seiner Liebe zu Antwerpen, die durch das Motiv des Diamanten versinnbildlicht wird. Sie bringen den Zuschauer für einen Moment ins Wanken und bieten ihm Ankerpunkte für dessen Reflexion über den Raum, in dem er sich befindet. So wie die Augustiner einst einen Bund mit den Gläubigen schlossen, um ihnen über den Weg der Kontemplation (Van Dycks Augustinus) und des Martyriums (Jordaens Apollonia) Zugang zur mystischen Hochzeit (Rubens Hochzeit der Heiligen Catharina) zu verschaffen, geht Fabre mit den Besuchern des AMUZ ein spirituelles Bündnis ein, um sich gemeinsam mit ihnen im Feuer der Kunst zu entzünden.

Juwelenkäfer
Auch das für seine alternativen Interpretationen entwickelte Material ist sicherlich eine genauere Betrachtung wert. Für die Erschaffung seiner Allegorien wählte Jan Fabre als Gestaltungstechnik die Flügelschilder des Juwelenkäfers. Diese Technik verwendete er erstmals im Spiegelsaal des Königspalasts, deren Decke er in einen Heaven of Delight (Himmel der Freuden) verwandelte. Die Bildwirkung des Baumaterials in den Flügelschilden der Juwelenkäfer ist ein Mittelweg zwischen Mosaik und klassischer Ölfarbe. Diese Flügelschilde weisen aufgrund der Lichtreflexion jeweils eine völlig andere Intensität auf. Hierdurch kommt der Künstler nicht nur der intensiven Bildwirkung einer bemalten Oberfläche näher, sondern erzielt er bei wechselndem Lichteinfall eine wahre Metamorphose seines Bildes.

Stiftung Mercatorfonds
In der Veröffentlichung – die die Stiftung Mercatorfonds anlässlich dieser dauerhaften Installation herausgibt – widmen Barbara De Coninck, Joanna De Vos, Jenke Van den Akkerveken und Els Wuyts sich vor allem der Ikonografie und Bedeutung jedes einzelnen Altarbildes. Darin wird ebenfalls dargelegt, wie die Mosaiken aus einer Reihe von Collagezeichnungen zustande kamen und transformierten. Von der Architektur und Bestimmung der Augustinuskirche ausgehend, wagt Paul Huvenne in einem übergreifenden Text einen Gesamtvergleich zwischen Fabres zeitgenössischer Interpretation des Altars und den barocken Originalen. Joost Vander Auwera geht schließlich tiefer auf die Verbindung zwischen Fabre, Jordaens und Van Dyck ein.

 

Praktisches

 

Jan Fabre: The Monastic Performance, The Mystic Contract, The Ecstatic Recording -  - Saint Augustine church/AMUZ <br/>Photo: Attilio Maranzano <br/>Copyright Angelos bvba
Eva Wijnant

Kommunikationsbeauftragte Angelos bvba

Nadia De Vree

Pressekoordination Museen und Kulturerbe Antwerpen