Barock in der Stadt

Barock in der Stadt

Donnerstag, 31. Mai 2018 — Mit 10 Projekten zur bildenden Kunst, 22 Musikprojekten mit mehr als 50 Konzerten, 12 Theater- und Musiktheaterproduktionen, 3 neuen Stadtwanderungen, mehreren Vorlesungsreihen, 4 Festivals innerhalb des Festival, einer Reihe Antwerpener Regionalprodukte aus der Zeit des Barocks und einem enormen und feierlichen Eröffnungswochenende geht die Antwerpener Kunstszene den Dialog zwischen dem historischen und dem modernen Barock ein.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bildende Kunst
  2. Musik
  3. Theater, Musiktheater und Tanz
  4. Spaziergänge
  5. Vorlesungen
  6. Feste
  7. Rubens inspiriert das Antwerpener Handwerk

 

1. Bildende Kunst

  

Jan Fabre

1628 erteilte der Augustinerorden den drei großen Antwerpener Barockmalern – Rubens, Jordaens und Van Dyck – den Auftrag, Altarstücke für die Klosterkirche in der Kammenstraat anzufertigen. Anlässlich Antwerp Baroque 2018 wird Jan Fabre in diesem Jahr die gleiche Ehre zuteil. Heute dient die ehemalige Augustinuskirche als Begegnungsstätte und Musikzentrum AMUZ.

Fabre erkundet in seiner Interpretation der Altarbilder nicht nur die barocke Ikonografie der Augustiner – die den Gläubigen den Weg zum Heiligen weisen soll – sondern auch die drei heutigen Funktionen des AMUZ: Konzertsaal, Begegnungsstätte, Businesscenter und Tonstudio. Mit „Het monastieke optreden“ (das klösterliche Auftreten), „Het mystieke contract“ (der mystische Vertrag) und „De extatische opname“ (die ekstatische Aufnahme) konzentriert er sich von seiner eigenen Bildsprache ausgehend auf jeden dieser Aspekte. Er übersetzt – oder vielmehr transferiert – die Altarbilder Jordaens, Van Dycks und Rubens in die Sprache des Jahres 2018 und setzt sie in ihren aktuellen Kontext, ohne jedoch eine Eins-zu-eins-Umsetzung erschaffen zu wollen.

Aus verschiedenen Collage-Zeichnungen erschaffen, sind sie eine konzentrierte Fusion von Kernelementen aus Fabres Gesamtwerk – wie dem Lamm, dem Feuer, der Frau, der Spiritualität und seiner Liebe zu Antwerpen, die durch das Motiv des Diamanten versinnbildlicht wird. Sie bringen den Zuschauer für einen Moment ins Wanken und bieten ihm Ankerpunkte für dessen Reflexion über den Raum, in dem er sich befindet. So wie die Augustiner einst einen Bund mit den Gläubigen schlossen, um ihnen über den Weg der Kontemplation (Van Dycks Augustinus) und des Martyriums (Jordaens Apollonia) Zugang zur mystischen Hochzeit (Rubens Hochzeit der Heiligen Catharina) zu verschaffen, geht Fabre mit den Besuchern des AMUZ ein heiliges Bündnis ein, um sich gemeinsam mit ihnen im heiligen Feuer der Kunst zu entzünden.

Juwelenkäfer
Auch das für seine alternativen Interpretationen entwickelte Material ist sicherlich eine genauere Betrachtung wert. Für die Erschaffung seiner Allegorien wählte Fabre als Gestaltungstechnik die Flügelschilder des Juwelenkäfers. Diese Technik verwendete er erstmals im Spiegelsaal des Königspalasts, deren Decke er in einen Heaven of Delight (Himmel der Freuden) verwandelte. Die Bildwirkung des Baumaterials in den Flügelschilden der Juwelenkäfer ist ein Mittelweg zwischen Mosaik und klassischer Ölfarbe. Diese Flügelschilde weisen aufgrund der Lichtreflexion jeweils eine völlig andere Intensität auf. Hierdurch kommt der Künstler nicht nur der intensiven Bildwirkung einer bemalten Oberfläche näher, sondern erzielt er bei wechselndem Lichteinfall eine wahre Metamorphose seines Bildes. Diese Metamorphose des Lichts öffnet dem Besucher ein Tor zum bildreichen und musikalischen Himmel.

Stiftung Mercatorfonds
In der Veröffentlichung – die die Stiftung Mercatorfonds anlässlich dieser dauerhaften Installation herausgibt – beleuchten Barbara De Coninck, Joanna De Vos, Jenke Van den Akkerveken und Els Wuyts die Ikonografie und Bedeutung jedes einzelnen Altarbildes. Darin wird ebenfalls dargelegt, wie die Mosaiken aus verschiedenen Collagezeichnungen heraus wuchsen und transformierten. Von der Architektur und Bestimmung der Augustinuskirche ausgehend, wagt Paul Huvenne in einem übergreifenden Text einen Gesamtvergleich zwischen Fabres zeitgenössischer Interpretation des Altars und den barocken Originalen. Joost Vander Auwera geht schließlich tiefer auf die Verbindung zwischen Fabre, Jordaens und Van Dyck ein.

Praktisches

  • Jan Fabre in der Augustinuskirche
  • Ab 3. Juli 2018 (weitere Informationen zu den Öffnungszeiten unter www.amuz.be/janfabre)
  • Vom 3. Juli bis 9. August 2018 montags von 14 bis 20 Uhr sowie dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ab dem 3. September 2018 nur montags von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zu zusätzlichen Öffnungszeiten unter www.amuz.be/janfabre
  • AMUZ, Kammenstraat 81, 2000 Antwerpen – Belgien
  • Kostenlos
  • In Zusammenarbeit mit: Angelos/Jan Fabre mit Unterstützung der Stadt Antwerpen und Tourismus Flandern
  • Ansprechpartnerin: Eva Wijnant, eva.wijnant@angelos.be

 

Diasporalia – Koen Theys

Zwölf Matratzen aus Bronze, bedeckt mit persönlichen Besitztümern, liegen in zwei Reihen gegenüber einander auf dem Boden. „Hinter jeder Schlafstätte verbirgt sich eine Geschichte, in welcher der Mensch als Individuum im Mittelpunkt steht, auf der Suche nach Identität und kämpfend für deren Erhalt. Der Mensch auf der Suche nach dem Sinn und Zweck im Leben“, so der Künstler. Vom 18. Mai bis zum 13. Januar 2019 kann man in der St.-Josefs-Kapelle der Antwerpener Kathedrale die neue Kunstinstallation Diasporalia von Koen Theys für sich entdecken.

Koen Theys ließ sich von Rubens inspirieren. „Das Kunstwerk entstand, nachdem der Künstler unserer Kirche einen Besuch abgestattet hatte“, erläutert ein sichtlich stolzer Bart Paepen, Pfarrer an der Liebfrauenkathedrale. „Es verweist auf die Flüchtlingsproblematik, die Diaspora oder auch die Zerstreuung eines Volkes, das auf der Flucht ist und all ihren materiellen Besitz zurücklassen musste. Ein zeitgenössisches Barock-Kunstwerk konfrontiert den Besucher mit den drängenden gesellschaftlichen Problemen des 21. Jahrhunderts. Die Kirche hat darauf nicht alle Antworten, möchte sich aber mit ihrer Stimme in die Debatte einbringen.“

Praktisches

  • Ausstellung in der Sankt-Josefskapelle der Liebfrauenkathedrale
  • vom 18. Mai 2018 bis zum 13. Januar 2019
  • Liebfrauenkathedrale
    Handschoenmarkt - 2000 Antwerpen
  • Geöffnet von montags bis freitags von 10.00 bis 17.00 Uhr.
    Samstags von 10.00 bis 15.00 Uhr
    Sonn- und feiertags von 13.00 bis 16.00 Uhr
    (Die Öffnungszeiten sind unter Vorbehalt und können sich bei außergewöhnlichen Umständen liturgischer Art ändern.)
  • Eintrittspreise: 6 € | 4 € (Gruppe ab 20 Personen, Studierende, Senioren ab 60 Jahre) | kostenlos (Kinder unter 12 Jahre, Einwohner der Provinz Antwerpen und Inhaber der Baroque Festival Card)
  • Organisation: Koen Theys, KETELEER Gallery, Monumentale Kerken Antwerpen mit Unterstützung der Stadt Antwerpen und Toerisme Vlaanderen
  • Ansprechpartnerin: Marieke D’Hooghe, marieke.d’hooghe@stad.antwerpen.be

 

Yvon Tordoir – Baroque Murals

Der Antwerpener Graffitikünstler Yvon Tordoir lädt im Rahmen des Kulturfestivals „Antwerp Baroque 2018. Rubens inspires“ drei andere Künstlerkollegen im Bereich Street-Art dazu ein, große Wandgemälde – sogenannte Murals – mitten in der Stadt zu kreieren. Jeder der vier Künstler hat seinen eigenen Stil, den Tordoir mit einem bestimmten Thema, Meister oder einer Technik aus der Barockzeit verknüpfen kann. Die vier Werke sind von nun an in fußläufiger Entfernung voneinander in der Altstadt deutlich zu sehen.

Astro

Greg Astro aus Paris kreiert in seinen Arbeiten durch die subtile Verwendung von Licht und Schatten, kräftigen Farben und Tiefe eine ganz eigene Welt. So entsteht die optische Illusion eines Raumes, den es gar nicht gibt. Sein Stil gleicht der Hell-Dunkel-Malerei, die auch in der Barockzeit systematisch angewandt wurde. Aufgrund dieses Stils gehört Astro inzwischen zu den großen internationalen Street-Art-Künstlern unserer Zeit. Für das Barockfestival wird er drei Wände in der Prekersstraat gestalten und verschafft dem St. Andreasviertel mit seiner berühmten Trompe-l’œil-Technik so eine neue Dimension.

Smug

Sam Bates – besser unter dem Namen Smug bekannt – ist ein australischer Graffitikünstler und lebt und arbeitet in Glasgow. Bekannt ist er für seine gigantischen, hyperrealistischen Wandmalereien mit starken Farbkontrasten. In seinen Werken beschäftigt er sich mit ständig wiederkehrenden Themen, wie Tod und Vergänglichkeit. Charakteristische Merkmale seiner Arbeit sind der Überfluss an Formen und die heftigen Gefühlsäußerungen. Ganz im Stile des Barocks also. In der Kolverniersstraat kreiert er ein hyperrealistisches Porträt eines Mannes, der die Menschenmenge auf der Einkaufsmeile Meir betrachtet.

el Mac

Miles MacGregor aus Los Angeles arbeitet auf den ersten Blick äußerst realistisch. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass seine Porträts aus dicken, breiten Linien bestehen. Durch die Überlappung dieser Linien erzeugt er Volumen und Tiefe. Kennzeichnend für seine Arbeiten ist ein ausgeprägter Hell-Dunkel-Kontrast, der eine große Ähnlichkeit mit den Radierungen Rembrandts aufweist. Er ist erst seit Kurzem in Antwerpen und wird sich nun einer Mauer in der Gramayestraat widmen.

Yvon Tordoir

Yvon Tordoir aus Antwerpen befasst sich bereits seit 20 Jahren leidenschaftlich mit Buchstaben. Zwar absolvierte er das Studium der Malerei und des Grafikdesigns, doch Graffitikunst und Street-Art sind nach wie vor seine größte Leidenschaft. In seinen Werken verwendet er insbesondere kalligrafische und figurative Motive. Eine Kombination, die sich auch in den Großbuchstaben alter Texte des Barocks wiederfindet. Sein monumentales Meisterwerk am Eiermarkt bereichert die Stadt mit dem Wort „Antwerpen“, das mit den großen goldenen und auffälligen im Barockstil geschwungenen Buchstaben eine Anspielung auf die Uhr der Liebfrauenkathedrale darstellt.

Feierliche Enthüllung

Am Sonntag, den 3. Juni, werden die Baroque Murals feierlich enthüllt. Dazu sind Einwohner wie Besucher gleichermaßen herzlich in die Gramayestraat eingeladen, wo von 15 bis 18 Uhr DJ Droppa kostenlose Graffiti-Workshops mit den perfekten Beats untermalt.

Praktisches

  • Durchgehend ab den 1. Juni 2018.
  • Prekersstraat, Kolveniersstraat, Gramayestraat en Eiermarkt, 2000 Antwerpen
  • Kostenlos
  • Organisation: mit Unterstützung der Stadt Antwerpen und Toerisme Vlaanderen

 

Barock vor Ort

Die Liebfrauenkathedrale, die Sankt Andreaskirche, die Sankt Carolus Borromäuskirche, die Sankt Jakobskirche und die Sankt Pauluskirche bilden ein unvergleichliches Ensemble aus fünf historischen Kirchen im Herzen der Stadt, nur wenige Minuten Fußweg voneinander getrennt. Sie sind nicht nur lebendige Pfarrkirchen, sondern außerdem wahre Schatzkammern der Kunst und des kulturhistorischen Erbes, und sie sind einzigartige Zeugen des Barocks in den Südlichen Niederlanden.

Wer diese hauptsächlich gotischen Kirchengebäude betritt, stößt auf einen schier unerschöpflichen Schatz an bildender Kunst im Barockstil. Kunst voller erkennbarer Emotionen und brillanter Details. Im Gegensatz zu Museen sind diese Gebäude nicht nur Verwahrstätten für Kunstwerke, sondern Orte, an denen religiöse Meisterwerke in situ, d. h. an Ort und Stelle, zur Schau gestellt sind. Genau an der Stelle, für die sie vor Jahrhunderten bestellt und entworfen wurden, als Mittel zur Propagierung der Gegenreformation unter Katholiken, in Nachfolge des Konzils von Trient (1545-1563). Auch wenn die Kirchen mitunter schwere Zeiten durchzustehen hatten - ihre Architektur und ihre Kunst harmonieren miteinander und verstärken das Gesamterlebnis aus Ästhetik und Spiritualität.

Wer eine historische Kirche betritt, ist sich nicht immer der Tatsache bewusst, dass das Innere dieser Kirche in den vergangenen Jahrhunderten viele Veränderungen erfahren hat, die das heutige Bild prägen. Jede der fünf monumentalen Kirchen wird unter den Gesichtspunkten des 17. Jahrhunderts betrachtet und einige Barock-Kunstwerke werden herausgegriffen.

Mit den Aufgabenblättern kann die ganze Familie die Geschichte und die Kunstschätze jeder Kirche auf spielerische und lehrreiche Weise entdecken. Gehen Sie auf Entdeckungsreise und machen Sie aus einem Kirchenbesuch ein besonderes Erlebnis.

Die neue Stadtwanderung „Auf den Spuren von Rubens“ führt an fünf Kirchen vorbei und ist in die zwei Routen „Rubens Entwicklung“ und „Rubens Blütezeit“ aufgeteilt. Auf beiden Routen entdecken Besucher die Lebensgeschichte Rubens entdecken. Mehr dazu unter „Spaziergänge“.

Praktisches

  • Juni 2018 bis 13. Januar 2019
  • Liebfrauenkathedrale, Sankt Andreaskirche, Sankt Carolus Borromäuskirche, Sankt Jakobskirche und Sankt Pauluskirche
  • 6,- € Liebfrauenkathedrale/3,- € Sankt Jakobskirche/kostenlos mit der Baroque Festival Card
  • Die Öffnungszeiten der Kirchen sowie weitere Nebenveranstaltungen können Sie www.antwerpbaroque2018.be entnehmen.
  • Organisation: Monumentale Kerken Antwerpen mit Unterstützung der Stadt Antwerpen und Toerisme Vlaanderen
  • Ansprechpartnerin: Marieke D’Hooghe, marieke.d’hooghe@stad.antwerpen.be


Fokus: Barocke Pracht im häuslichen Rahmen

Das intime Museum Mayer van den Bergh präsentiert die barocke Pracht der erstaunlichen Sammlung des leidenschaftlichen Kunstsammlers Fritz Mayer van den Bergh (1858-1901). Mit dem kostenlosen Museumsführer oder der Antwerp Museum App entdecken Sie barocke Skulpturen, Zeichnungen und Gemälde von Meistern wie Cornelis de Vos und Jacob Jordaens.

Praktisches

  • Fokus: Barocke Pracht im häuslichen Rahmen
  • Juni 2018 bis 13. Januar 2019
  • Museum Mayer van den Bergh, Lange Gasthuisstraat 19, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 8,- €/kostenlos mit der Baroque Festival Card
  • Organisation: Museum Mayer van den Bergh
  • Ansprechpartnerin: Harlinde Pellens, harlinde.pellens@stad.antwerpen.be


Naughty Kids. Punk, Image & Storm in Antwerp 1978 – 2018

Barock und Punk haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam: Kunst in all ihrer Pracht gegenüber alternativer Haltung und Underground. Doch es gibt auch Ähnlichkeiten: Die körperliche und gelegentlich auch heftige visuelle Direktheit des Barocks – eine Reaktion auf den Bildersturm – findet in der Punkbewegung ihr Gegenstück.

In den 1970er-Jahren machte der Punk ohne Pardon Schluss mit der Sanftheit der Flower-Power und der Dekadenz der Exzesse innerhalb der Rockwelt. Nicht nur in der Musik und im Straßenbild tauchen die Zeichen der Anti-Establishment-Haltung dieser „Blank Generation“ auf. Die rebellische Subkultur mit ihren Ablegern und verwandten Strömungen – wie Post-Punk und New Wave – floss auch in die pulsierende Antwerpener Kulturszene jener Zeit ein. Mit Nonkonformismus, persönlicher Freiheit, der antiautoritären Haltung und der Do-it-yourself-Mentalität löste Punk in Antwerpen in den Bereichen Mode, Grafikdesign, bildende Kunst und Performance einen Bildersturm aus.

Die Ausstellung „Naughty Kids - Punk, Image & Storm in Antwerp 1978 – 2018“ vereint offensichtliche wie versteckte Spuren dieses Einflusses. Diese Spurensuche in der Vergangenheit schlägt gleichzeitig eine Brücke in die Gegenwart: Ist Punk mit dessen Nachwirkungen 2018 noch relevant?  Mit der heutigen Fülle von Selbstpublikationen, Street-Art, poetischem Terrorismus und Künstlerkollektiven kann man – in Verbindung mit dem Ruf nach kritischerer Kunst – in Flandern und insbesondere in Antwerpen durchaus von einer Wiederbelegung des Punks und seiner Do-it-yourself-Ethik sprechen.

Wer „NAUGHTY KIDS – Punk, Image & Storm in Antwerp 1978 – 2018“ besucht, atmet den Geruch von 40 Jahren Punk. Fotografien, Drucke, Kunstwerke, Musik, Kleidung, Punk-Krimskrams und andere ausdrucksstarke Zeugnisse zeigen die Wirkung von Punk (1970er-Jahre), Post-Punk und New Wave (1980er-Jahre) sowie Neopunk (1990er-Jahre bis heute). Wie beeinflusste Punk führende Modedesigner, Künstler und Schriftsteller? Mit einer beispiellosen Materialfülle, einem Eröffnungskonzert von The Kids, einer Diskussion mit privilegierten Zeugen zum Thema „Das Paradox des Punks“ und einem Do-it-yourself-Performance-Programm reibt sich die Academy an der rohen Essenz des Punks. Dabei sein ist Pflicht. Es wird kein nächstes Mal geben.

Praktisches

  • Naughty Kids. Punk, Image & Storm in Antwerp 1978 – 2018
  • 6. bis 22. September 2018
  • Königliche Akademie für Schönen Künste, Venusstraat 34B, Antwerpen – Belgien
  • Kostenlos
  • Organisation: Königliche Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste – KoMASK mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Tine Marguillier, tine.marguillier@ap.be


Baroque Next Generation: Verwoben

In der Begegnungsstätte Merksemdok veranstaltet der Künstler Klaas Rommelaere von Juni bis Dezember 2018 wöchentlich einen Kreativ-Workshop. In den Sommermonaten findet der Workshop im Bouckenborgh Park statt. In diesem Workshop werden verschiedene textile Handarbeitstechniken vorgestellt, darunter: sticken, weben, knüpfen und mehr. Das Ergebnis ist ein Wandteppich voller Symbole, Farben und Texturen, die die Kultur der Frauen widerspiegeln. Diese Arbeit wird im Rahmen der Wiedereröffnung der Begegnungsstätte Merksemdok und auch an anderen Orten innerhalb (und möglicherweise außerhalb) des Stadtbezirks ausgestellt.

Praktisches

  • Baroque Next Generation: Verwoben
  • Juni bis Dezember 2018, jeweils donnerstags von 13:00 bis 15:30 Uhr
  • Präsentation im Rahmen der Wiedereröffnung der Begegnungsstätte Merksemdok im September
  • Kostenlos
  • Praktische Informationen und Details auf www.commerskem.be  
  • Organisation: Stadtbezirk Merksem
  • Ansprechpartnerin: Emilie Legon, emilie.legon@stad.antwerpen.be


Baroque Next Generation: Hof van Ursel | Atelier für zeitgenössisches Barock

Der Hof van Ursel in Ekeren war einst der Landsitz Rubens. Hier verweilte er oft mit seiner Familie und Freunden. Mit einer Anspielung auf das Atelier Rubens werden zeitgenössische Künstler eingeladen, im Park und Schloss Arbeiten zum Thema Barock anzufertigen. Genau wie im Atelier Rubens werden hier junge Talente von etablierten Künstlern begleitet. Das Ergebnis wird im Rahmen des „Kasteelfeesten“ (Burgfest) und später in der Ausstellung „Barok Vandaag!“ (Barock heute) präsentiert.

Praktisches

  • Baroque Next Generation: Hof van Ursel | Atelier für zeitgenössisches Barock
  • 22. September 2018, Kasteelfeesten
  • 5. bis 21. Oktober 2018, Ausstellung „Barok Vandaag!“, Hof De Bist
  • Kostenlos, mit Ausnahme der Orgelkonzerte
  • Praktische Informationen, Details und Tickets für die Orgelkonzerte auf  www.252cc.be
  • Organisation: Stadtbezirk Ekeren
  • Ansprechpartner: Stijn Van Bouwel, stijn.vanbouwel@stad.antwerpen.be


Baroque Next Generation: Barok! Barucca?

Das Kulturzentrum cc De Kern beauftragte die Fotografin Debby Huysmans, Jugendlichen im Süden Antwerpens im Rahmen eines überraschenden Kunsterziehungsprojekts die typischen Merkmale des Barockstils nahezubringen.

Üppig, intensiv, schwer aufgesetzte Dramatik, opulente Hintergründe, lebensechte Bilder – hier werden alle Aspekte beleuchtet und dienen diese gleichzeitig als Quelle für neue Inspirationen. Ergebnisse?

Zeitgenössische Fotoarbeiten – die in einer Großstadt im noch jungen 21. Jahrhundert angefertigt wurden – und volle Wände: Ganz im Sinne einer Wunderkammer des Barocks. All dies erwartet Sie im Monat September an verschiedenen Orten in Wilrijk.

Begleitet wird dieses Project von der Fotografin Debby Huysmans. Mit inspirierende Aufgaben lässt sie die Jugendlichen an typischen barocken Themen – wie dem Porträt, der Vanitas und der Figurenstudie – arbeiten.

Praktisches

  • Baroque Next Generation: Barok! Barucca?
  • November 2018
  • An verschiedenen Orten in Wilrijk
  • Kostenlos
  • Praktische Informationen und Details auf  www.ccdekern.be
  • Organisation: Kulturzentrum cc De Kern in Zusammenarbeit mit der Academie Wilrijk und dem Pius X Instituut Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Sophie Vermeulen, sophie.vermeulen@stad.antwerpen.be


EXPO 2018

EXPO 2018 ist eine innovative und partizipative Initiative für Kunst an öffentlichen Orten. Die Einwohner der Stadtbezirke mit der Postleitzahl 2018 erhalten die Möglichkeit, eine Künstlerin oder einen Künstler mit der Gestaltung eines Kunstwerks für die Nachbarschaft zu beauftragen. So werden sie – ganz wie die Bürger des 17. Jahrhunderts – zu Auftraggebern für Künstler. Fünf Antwerpener Stadtbezirke mit der Postleitzahl 2018 erhalten somit ein einzigartiges und individuell angefertigtes Kunstwerk. Die Bewohner nehmen an Workshops, Vorträgen und Museumsbesuchen teil und besichtigen vor Ort Ateliers. Die Kunstwerke werden 2018 feierlich enthüllt. Die Stadtbezirke haben sich für folgende Künstlerinnen und Künstler entschieden: Zurenborg: Nick Hullegie, Klein Antwerpen - Harmonie: Bram Van Meervelde, Haringrode - Groen Kwartier: Gerard Herman, Brederode: Mark Pozlep, Markgrave: Kinder, Senioren und Menschen mit einer Sehbehinderung kreieren gemeinsam ein Kunstwerk.

Praktisches

  • EXPO 2018
  • Ab Januar 2018
  • An verschiedenen Orten in den Stadtbezirken Antwerpens mit der Postleitzahl 2018
  • Kostenlos
  • Praktische Informationen und Details auf www.expo2018.be
  • Organisation: EXPO 2018 ist einen Initiative des Stadtbezirks Antwerpen in Zusammenarbeit mit dem Middelheimmuseum, Sint Lucas sowie folgenden Partnern: AIR, BRDG, Cel Crabeels, Deviations, LLS 327, De Veerman, NDVR und Studio Start.
  • Ansprechpartner: Geert Gielis, geert.gielis@stad.antwerpen.be  


2. Musik


Barockfest auf dem Conscienceplein, mit B.O.X, Efterklang, Tutti Fratelli und Dez Mona

Für die Antwerpener Gruppe B.O.X, die mit barocken Tönen neue Musik macht, ist das Barockjahr die Gelegenheit schlechthin, um in einem größeren Rahmen und in der eigenen Stadt das zu tun, was sie schon seit Jahren mit viel Erfolg macht: musikalische Grenzen überschreiten. Speziell für Antwerp Baroque 2018 arbeitet B.O.X unter dem Titel „Altid Sammen“ (immer Zusammen) mit der dänischen Gruppe Efterklang zusammen. Gemeinsam entwickeln sie ein völlig neues Repertoire mit neuen Songs und barocken Soundscapes.

Eine einzigartige gemeinsame Kreation

B.O.X und Efterklang gehen in den kommenden Monaten eine intensive und umfassende, kreative Zusammenarbeit ein, die in einem rund 40 bis 45 Minuten dauernden Konzert vor großem Publikum anlässlich der Eröffnung von „Antwerp Baroque 2018“ gipfelt. Wenngleich die beiden Gruppen dieses Projekt ohne feste Vorgaben beginnen, werden sie sich von typischen Akkordfolgen der Musik des Barocks inspirieren lassen und diese in einer anderen Dynamik vortragen. Alle Musiker werden – wie eine neue Band – auf gleichem Niveau Seite an Seite auf der Bühne stehen und ein Ergebnis darbieten, das weit mehr ist als nur 1+1. Der künstlerische Leiter und Lautenist von B.O.X, Pieter Theuns, betont gerne: „B.O.X wird viel mehr sein als ein reines Orchester, das Efterklang begleitet. Wir gehen in jeder Hinsicht eine echte kreative Zusammenarbeit ein: Wir streben die gemeinsame Kreation neuer Musik an – unser Ziel ist ein neuer, hybrider Klang.“

B.O.X ist Baroque Orchestration X

Dieses Antwerpener Kollektiv bereichert die moderne Musik mit der Klangvielfalt des Barocks. „Im Grunde genommen verwenden wir unsere Instrumente nicht in deren originären Kontexten“, erklärt der künstlerische Leiter Pieter Theuns. „Denn Musik gehört nicht in eindeutige Schubladen. Diese Grenzen überschreiten wir leidenschaftlich gerne.“ Und mit Produktionen wie „Sága“, „You Us We All“ und „The Loom of Mind“ bewies B.O.X bereits mehrfach, dass dieses einzigartige Rezept sehr geschätzt wird.

Efterklang

Die dänische Gruppe Efterklang ist die bei weitem bekannteste Gruppe, mit der B.O.X schon zusammengearbeitet hat. Die Musiker aus Kopenhagen machen weiche und reine elektroakustische Musik, die sich durch die Zugänglichkeit von Popmusik und stets eine überraschende Wendung auszeichnet. Denn die drei Jugendfreunde von Efterklang hassen Routine und betreten deshalb immerzu neues Terrain. Dies sorgte für mehr als „nur“ CDs mit jeweils ganz unterschiedlichem Charakter – es verschaffte ihnen auch Auftritte auf herausragenden Bühnen und einige einzigartige Projekte mit anderen Musikern und Künstlern. Darunter Auftritte im Sydney Opera House, Filme mit Vincent Moon und die Konzeption des Soundsystem im weltberühmten Restaurant Noma. Kurz gesagt, Efterklang ist immer für ein Experiment zu haben und der beste Partner schlechthin für diese einzigartige gemeinsame Kreation.

Pétur Ben

Die Musik des Isländers Pétur Ben reicht von minimalem Folk bis zu – ja, tatsächlich – Black Metal. Als Produzent und Musiker arbeitete er u. a. mit Shahzad Ismaily, Nick Cave, Mugison, Amiina und Emiliana Torrini zusammen. Ben gewann bereits mehrere Preise und Auszeichnungen, darunter den Edda Award für den besten Soundtrack (für den Film „Metalhead“ von Ragnar Bragason). Gleichzeitig ist er auch die treibende Kraft hinter dem 30-köpfigen Chor KÓRUS, der den Abend auf dem Conscienceplein eröffnet.

Dez Mona

Die Antwerpener Gruppe Dez Mona sorgt mit akustischer Musik – die auf einer Kombination von Jazz, Gospel, Tango und Chanson basiert – für ordentlich Furore. Der imposante Stimmumfang des extravaganten Sängers Gregory Frateur, die markanten Arrangements und die vielen Kooperationen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Musik der Gruppe. Gemeinsam mit B.O.X gab Dez Mona bereits das international vielfach gelobte Konzert „SÁGA“.

Tutti Fratelli

Tutti Fratelli ist ein sozial-künstlerisches-Atelier in Antwerpen, das sich an gefährdete und hilfsbedürftige Menschen richtet. Mit Unterstützung von Künstlern und Fachkräften macht Tutti Fratelli Theater. Die Proben und Arbeitsprozesse führen zu Aufführungen auf großen und bekannten Bühnen.

Praktisches

  • Barockfest auf dem Conscienceplein, mit B.O.X, Efterklang, Tutti Fratelli und Dez Mona
  • 3. Juni 2018, ab 20.00 Uhr
  • Hendrik Conscienceplein, 2000 Antwerpen – Belgien
  • Kostenlos
  • Organisation: B.O.X mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Mia Prce, mia.prce@antwerpenkunstenstad.be


graindelavoix – OUTLANDISH

Dem Künstlerkollektiv Graindelavoix und Björn Schmelzer zufolge begann die Barockzeit in Antwerpen schon viel früher als ursprünglich gedacht – und zwar 1516 mit der Veröffentlichung des Buches Utopia von Thomas More. In der Sankt Carolus Borromäuskirche – der „Grande Dame“ des Antwerpener Barocks schlechthin – präsentiert Graindelavoix nun in Uraufführung ein ganz besonderes Filmkonzert:  Für Mores Utopia schufen sie ein äußerst bizarres alternatives Filmszenario, das größtenteils in Antwerpen und auf dem atlantischen Ozean gedreht wurde. Dabei werden die Protagonisten als allegorische Figuren dargestellt – dies jedoch im Stile Laurel und Hardys. Das Ergebnis ist eine Art „fröhliches, verrücktes Kino“ wie damals. Der Live-Soundtrack ist die fantastische Polyphonie von Thomas Mores Zeitgenossen Ashewell und Browne.

Den ersten Teil drehten wir bei stürmischem Wetter auf dem Atlantik. Um ein Haar wären wir alle ertrunken“, erzählt Björn Schmelzer von graindelavoix. „Aufgrund der hohen Wellen war es nahezu unmöglich, das Boot an Land zu bekommen.“ Ein wahnsinniges Abenteuer mit einem unvergesslichen Filmkonzert als Ergebnis.

Björn Schmelzer zu OUTLANDISH:

 „Anstatt dem Buch bei unserer Bearbeitung buchstabengetreu zu folgen, versuchten Margarida Garcia und ich, das Buch zu filieren und es von seiner Rhetorik, sowie den falschen Repräsentationen zu befreien, um mit dem Rohmaterial, einer Art paradoxem Kern jedes utopischen Projekts, zu arbeiten. Wir entdeckten dabei ein Buch voller Absurditäten, Lügen, Humor und Slapstick in Zeitlupe, aber auch ein Buch, das unter der Haut die Grenzen, Gefahren und Paradoxe jeder Utopie gnadenlos dekonstruierte. Es wurde allmählich klar, dass unsere Protagonisten allegorische Figuren sein würden, dann aber im Stil von Laurel und Hardy, in einem Filmstil, der kaum noch existiert und bei dem eine Verbindung von extremem Naturalismus und allegorischem Manierismus noch möglich ist: eine Art fröhliches, verrücktes Kino wie damals, weit entfernt von Psychologisierung, Emo-Kultur und Sozialdrama.“

Praktisches

  • OUTLANDISH (englischsprachiges Filmkonzert mit niederländischsprachigen Untertiteln)
  • 6. bis 8. Juli 2018, jeweils um 22.30 Uhr
  • Sankt Carolus Borromäuskirche Antwerpen, Hendrik Conscienceplein 6, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 15,- €
  • Organisation: graindelavoix in Zusammenarbeit mit Les rencontres Inattendues Doornik, Stadt Doornik, Hospital of Undersized Gestures Lissabon sowie mit Unterstützung der Flämischen Gemeinschaft und der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Mia Prce, mia.prce@antwerpenkunstenstad.be

 

AMUZ – 1618 | BEFORE & BEYOND

2018 wird für AMUZ ein wahres Festjahr. Im Sommer feiert Laus Polyphoniae 25-jähriges Jubiläum und im Herbst widmet sich AMUZ im Rahmen von „Antwerp Baroque 2018“ der Barockmusik. Laus Polyphoniae und die saisonalen Konzerte im Herbst 2018 sorgen – unter dem Titel AMUZ – 1618 | BEFORE & BEYOND – gemeinsam für ein besonderes Festival.

Im Mittelpunkt der musikalischen Aktivitäten steht das Jahr 1618, dem Einweihungsjahr der Augustinerkirche. Laus Polyphoniae präsentiert die Musik aus der Zeit vor 1618: von himmlischen gregorianischen Gesängen bis hin zu prachtvoller Mehrstimmigkeit. Die neuen Musikstile und -gattungen des Barocks werden auch im Herbst wieder umfangreich präsentiert: weltliche Oper, geistliche Kantaten, Instrumentalmusik. Liebhaber kommen hier voll auf Ihre Kosten.

Sieben Konzerte im Spotlight:

Scherzi Musicali - La Pellegrina

Mit einem Fuß in der Renaissance und dem anderen im aufkeimenden Barock sind die Intermedien für La Pellegrina ein Meilenstein in der Entwicklung der westlichen Musik. La Pellegrina – anlässlich der Hochzeit von Ferdinando I. de’ Medici mit Christine von Lothringen geschaffen – war die musikalische Übersetzung von sechs allegorischen, mythologischen Szenen. Jedoch sind es die Intermedien, in denen die Verbindung zwischen der griechischen Mythologie und dem jungen Paar hergestellt wird, das Geschichte schreiben sollte. Nicolas Achten – Sänger und Lautenist – ist Leiter der fast fünfzig Sänger und Musiker von Scherzi Musicali, die das Publikum in einer musikalischen Geschichte von einem Traum zum anderen bringen.

I Fagiolini und The English Cornett and Sackbut Ensemble - L’Orfeo, Claudio Monteverdi

L'Orfeo erzählt die Geschichte des Orpheus, der seine geliebte Braut Eurydike verliert. Überwältigt von unendlicher Trauer steigt er in die Unterwelt hinab, um sie zurückzuholen, doch ein Moment des Zweifels führt dazu, dass er sie auf ewig in der Welt der Toten zurücklassen muss. Orpheus ist zwischen Liebe und Verlust hin- und hergerissen, was Claudio Monteverdi in einen kraftvollen, emotionalen Dialog zwischen Orchester und Sängern übersetzt hat. Monteverdis „ Favola in Musica“ gilt als wichtiger Vorläufer der Gattung Oper. Die semiszenische Aufführung von I Fagiolini – unter der Regie von Thomas Guthrie – verspricht einen atemberaubenden Abschluss von Laus Polyphoniae 2018. Guthries Inszenierung von Ludd and Isis im Royal Opera House (Covent Garden) wurde von der Presse als „eine der größten Leistungen Royal Opera House“ gefeiert. Monteverdis L'Orfeo ist auch 411 Jahre später noch immer ein Erlebnis.

Reinoud Van Mechelen und A nocte temporis - Dumesny, Le haute-contre de Lully & grand orchestre

Tenor Reinoud Van Mechelen und sein vierzigköpfiges Barockensemble A nocte temporis haben die schönsten Arien und die beste Instrumentalwerke aus den Opern Lullys und seiner Zeitgenossen ausgewählt. Den roten Faden bildet dabei Haute-Contre-Stimmlage – eine seltene, sehr hohe Variante der Tenorstimme (nicht zu verwechseln mit einem Kontratenor). Im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts erhielten diese Stimmen die Hauptrollen in den Opern. „Sein klarer, hoher, aber nie schreiender Tenor hat ihm in der Welt der Barockmusik zu einer Blitzkarriere verholfen”, schrieb De Standaard über Reinoud Van Mechelen.

Heinrich Ignaz Franz von Biber – Rosenkranzsonaten Rachel Podger & friends

Rachel Podger gibt eine Auswahl aus einem der aufsehenerregendsten Barockwerke für Violine und Generalbass zum Besten: Bibers Rosenkranzsonaten.  Für die großen Messen im Salzburger Dom geschrieben, verkörpern die Sonaten ausdrucksstark Momente aus dem Leben Christi und Marias. Die fünfzehn Sonaten und die beeindruckende abschließende Passacaglia wurden mit beispielloser Freiheit, Phantasie und Virtuosität verfasst. Jede Sonate erfordert auch eine andere Skordatur der Geige. „Ein fantastisches Beispiel einer Musikerin, die in Einklang mit ihrer Geige lebt“, schrieb The Gramophone über Podger.

Academy of Ancient Music – Messiah, Georg Friedrich Händel

Das Oratorium Messiah war schon zu Händels Zeiten ein „Hit“. Die Academy of Ancient Music unter der mitreißenden Leitung von Richard Egarr beherrscht wie kein anderes Ensemble alle Aspekte des Messiah: von ergreifend und demütig in „I know that my Redeemer liveth“ bis hin zu majestätisch und großartig beim „Halleluja“. 2013 meinte die Financial Times wohl zurecht: „Forty years on, and 300 recordings later, the Academy of Ancient Music is a leader in the field.” Das imposante Innere der Paulskirche mit einer der schönsten Sammlungen barocker Malereien bildet die ideale Kulisse.

Jordi Savall und Rolf Lislevand – Folia und Romanesca

Jordi Savall und Rolf Lislevand sind schon seit Jahrzehnten Legenden in der Welt der alten Musik. Dank Savall ist die Viola da Gamba – auch Kniegeige genannt – einem breiten Publikum bekannt. Der norwegische Lautenist Lislevand überrascht wie eh und je mit seiner schwindelerregenden technischen Virtuosität. Mit Musik von Diego Ortiz, Tobias Hume, Marain Marais und Saint Colombe (Père & Fils) erkunden die beiden Musiker die vielen Gesichter des unerschöpflichen Repertoires für ihre Instrumente. Das Hauptthema in diesem Programm ist der lebendige und expressive Charakter der spanischen Musik, die so unzählig viele Komponisten inspirierte.

Oltremontano – Illustri colleghi da San Marco

Der Stadtstaat Venedig war das Handels- und Kulturzentrum Europas und spielte bei neuen Entwicklungen in der Musik eine ausschlaggebende Rolle. Notendrucke dienten der Verbreitung und Aufführung der neuen italienischen Kompositionen. Auch der Drucker Phalèse sorgte in Antwerpen für Neuauflagen. In den frühbarocken Werken wurden verschiedene Emotionen vertont und auf diese Weise ein Dialog erzeugt, der unmittelbar und tief berührt. Sophie Thoen, Vincent Lesage und die Musiker von Oltremontano entführen Sie in die Welt der Musik im Venedig des frühen 17. Jahrhunderts, der Wiege der Barockmusik. Instrumente und Stimmen verschmelzen zu einer virtuosen und authentischen musikalischen Symbiose.

Praktisches

  • 1618 | BEFORE & BEYOND
  • 16. August bis 16. Dezember 2018. Alle Konzertdaten unter www.amuz.be
  • AMUZ, Kammenstraat 81, 2000 Antwerpen – Belgien (Bourla, Sankt Pauluskirche)
  • Ticketpreise: je nach Konzert.
  • Konzert L’Orfeo in Zusammenarbeit mit Toneelhuis
  • Organisation: AMUZ mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Julie Hendrickx, julie.hendrickx@amuz.be


Baroque&roll! Spiel mit dem Plutomobil

Das Plutomobil ist ein Kunsterziehungsprojekt für Antwerpener Kindern. „Jeder kann Kunst verstehen“ – so das Motto. Ein Lastenfahrrad fährt Plätze an, auf denen Kinder draußen spielen. Kunstlehrer begleiten so künstlerische Aktivitäten mit Kindern. Das Plutomobil kommt hauptsächlich dort zum Einsatz, wo kein umfangreiches Freizeitangebot nutzen können. Das Projekt steigert die kulturellen Kompetenzen junger Kinder, erweitert deren Horizont, regt die Fantasie an und führt sie auf spielerische Weise an Geschichten, Theater, Tanz, Musik, Bild und Film heran.

Das Plutomobil belebt diesen Sommer Antwerpener Plätze und beweist, dass Barock alles andere als langweilig und verstaubt ist. In kostenlosen Workshops können Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren den Barockmusiker in sich zum Leben erwecken.  Ein musikalisches „Erlebnisbad“ von Bach bis Lady Gaga.

Die Geigerin Liesbet Jansen und die Fagottistin Kaat Hoogmartens geben zusammen mit einem dritten Musiker ein kleines Konzert, damit die Kinder die Klänge der Barockmusik „live“ kennenlernen können. In kleinen Gruppen erwerben die Kinder in verschiedenen Aktivitäten spielerisch Wissen und Kompetenzen rund um das Thema Barock und die verschiedenen Kunstdisziplinen. Kinder sind mit dem Begriff Barock (oft) nicht vertraut und so machen die Musiker des Plutomobils es sich zur Aufgabe, sie über die unterschiedlichen Sinne zu stimulieren – also nicht nur zuhören, sondern auch beobachten, schmecken und bewegen.

Praktisches

  • Baroque&roll! Spiel mit dem Plutomobil
  • 3., 5., 7., 8., 10. und 11. Juli 2018
  • Hanegraefstraat 2050 - linke Uferseite, Ernest Claesplein 2050 linke Uferseite, Willy Vandersteenplein 2060 Antwerpen, Terloplein 2140 Antwerpen, Park Hof van Leysen 2018 Antwerpen, Haantjeslei 2018 Antwerpen, Twee Netenplein 2060 Antwerpen, Geelhandplaats 2060 Antwerpen, Alfons De Cockplein 2020 Antwerpen und Jan Ligthartplein 2020 Antwerpen sowie noch zwei weitere Plätze in der Stadt.
  • Kostenlos
  • Organisation: Pluto in Zusammenarbeit mit Huis van Het Kind, Onze stad ons huis, SAMIK, KRAS Dam en Elegast, Buurtregie sowie KRAS Kiel mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Brechtje Van Bel, brechtjevanbel@gmail.com, info@plutovzw.be


Urban Baroque Bowl

MC, Beatboxer und Theatermacher Kris Strybos – unter Insidern als Scale bekannt – befindet sich auf einer auf einer Mission: Er konstruiert eine spezielle Installation, in der man Musik auf eine neue, greifbarere Weise erleben kann. Seine Inspiration erhält er von den exzessiven und intensiven Emotionen der großen Barockmeister des 17. Jahrhunderts. Graffiti-Artist Bird (Bram De Ceurt) übernimmt die Dekoration des Urban Baroque Bowl. Ob Kunstliebhaber oder neugieriger Passant: Betreten Sie die Installation und gehen Sie auf eine ganz besondere musikalische Reise.

Praktisches

  • 26. August bis 28. Dezember 2018 (nach Datum Auf- und Abbau)
  • Cultuurmarkt Antwerpen, Feest Kielpark, Bib Kielpark, Bib Elsschot, co Sint-Andries (Sankt Andreas) / Costa, cc Deurne, Bib De Poort sowie zwei weitere Orte in der Stadt
  • Kostenlos
  • Organisation: Taktic mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Flore Opsomer, flore.opsomer@gmail.com


Kammermusikkonzert Antwerp Symphony Orchestra

Zwei Holzbläser des Antwerp Symphony Orchestra geben im herrlich barocken AMUZ Werke von Händel sowie Telemanns „Tafelmusik” zum Besten. Aber auch andere barocke Großmeister sorgen mit Wehmut und Optimus für ausreichend Abwechslung. Kurz gesagt: „Notenmaler“ machen Antwerpen am 14. Oktober etwas barocker.

Klein, aber dennoch großartig – dies ist wohl die beste Beschreibung der Reihe von Kammermusikkonzerten des Antwerp Symphony Orchestra im herrlich barocken AMUZ. An sechs Sonntagen treten die Musiker des Orchesters in wechselnden Besetzungen auf, um Sie mit der schönsten Kammermusik zu bezaubern.

Praktisches

  • Kammermusikkonzert Antwerp Symphony Orchestra
  • 14. Oktober 2018 um 15 Uhr
  • AMUZ, Kammenstraat 81, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 17,- €
  • Organisation: Antwerp Symphony Orchestra mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Filip Stuer, filip.stuer@antwerpso.be


Weihnachtskonzert Antwerp Symphony Orchestra

Die prächtige, barocke Sankt Carolus Borromäuskirche ist eng mit Rubens verbunden. Dieses Antwerpener Kleinod bildet den imposanten Rahmen für das traditionelle Weihnachtskonzert des Antwerp Symphony Orchestra. Genießen Sie zusammen mit vielen anderen Musikfreunden die herrliche, stimmungsvolle Musik in dieser wunderschönen Kirche. Nach dem Konzert gehen Sie mit einem warmen Gefühl durch die Stadt, in der die winterliche Dunkelheit erfolgreich von der glitzernden Weihnachtsbeleuchtung vertrieben wird.

Ende Dezember präsentiert das Antwerp Symphony Orchestra zusammen mit der Sopranistin Lore Binon die brillantesten Weihnachtsklassiker. Gastdirigent Richard Egarr führt das Orchester durch Bachs Orchestersuite mit dem beispiellosen Satz Air und seiner Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“. Anschließend besetzt Egarr für „Der Kuckuck und die Nachtigall“ – dem festlichen Händel-Orgelkonzert – höchstpersönlich die Orgel.

Praktisches

  • Weihnachtskonzert Antwerp Symphony Orchestra
  • 20. und 22. Dezember 2018, jeweils um 20 Uhr
  • Sankt Carolus Borromäuskirche, Conscienceplein 6, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 33,- €/10,- €
  • Organisation: Antwerp Symphony Orchestra mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Filip Stuer, filip.stuer@antwerpso.be

 

ARTICULATE 2018. Research days

Alles wandelt sich, nichts vergeht.

ARTICULATE 2018 bringt nicht nur Barock in seiner klassischen Form, sondern behandelt und interpretiert auch Musik, Theater, Poesie und bildende Kunst dieser Epoche. Sowohl neue als auch erfahrene Redner, Performer und Kuratoren präsentieren diesen Herbst an verschiedenen Orten ihre persönliche Interpretation des Barocks.

ARTICULATE ist ein jährlich stattfindendes Festival für Forschung und Kunst. Bühnenkünstler, Musiker und bildende Künstler des Königlichen Konservatoriums und der Königlichen Akademie für Schönen Künste Antwerpen treten mithilfe ihrer (noch nicht abgeschlossenen) Projekte mit dem breiten Publikum in Dialog. Für diese dritte Ausgabe des Festivals konzentrieren sich die Forschungstage auf Projekte mit einem barocken Thema.

Eklektische Experimente
Das Programm von ARTICULATE beginnt am Donnerstag, den 6. September, mit der Eröffnung der Ausstellung Naughty Kids. Es ist die erste von acht experimentellen und eklektischen Barockveranstaltungen, die im Laufe von zwei Monaten an drei Orten stattfinden werden.

Am 30. September zelebrieren Spitzenmusiker und Barockspezialisten im AMUZ sozusagen das „Hochamt“ der flämischen Barockmusik. Die Partituren von Joseph-Hector Fiocco und Willem de Fesch, zwei Komponisten aus jener Zeit, werden schon eine Weile in der Bibliothek des Konservatoriums erforscht. Rudolf Rasch, Anne Cambier, Guido De Neve und Frank Agsteribbe geben in einem einzigartigen Konzert Sonaten und Canzonette von De Fesch, cantoLX und Ensemble de la Chapelle Saint-Marc sowie Fiocco und P.H. Bréhy zum Besten.

Am 25. und 26. Oktober wird das ARTICULATE-Festivalzentrum von AMUZ in das Königliche Konservatorium ziehen. Das HERMESensemble präsentiert dann in Zusammenarbeit mit De Compagnie die Weltpremiere der neuen Stabat-Mater-Komposition des italienischen Komponisten Paolo Galli. Diese moderne Fassung für Violine, Bratsche, Cello, Flöte, Klarinette, Schlagwerk und Mezzosopran wird an beiden Tagen aufgeführt. Am 25. Oktober präsentiert Het Ensemble des Königlichen Konservatoriums Antwerpen unter der Leitung von Ewald Demeyere Kompositionen von Leonardo Leo – einem angesehenen neapolitanischen Barockmeister – der nach einiger Zeit überschattet und vergessen wurde. Het Ensemble spielt auch das Stabat Mater des Komponisten Fedele Fenaroli aus dem 17. Jahrhundert.

Noch am gleichen Tag taucht der Schauspieler Lucas Vandervost tiefer in die mythologischen Inspirationsquellen der Antwerpener Barockmaler ein. „Alles wandelt sich, nichts vergeht“, schrieb Ovid in seinen Metamorphosen, die Vandervost bereits zum Thema seiner Doktorarbeit machte. Die Metamorphose von Erzählung zu Geschichte ist der Ausgangspunkt dieser Vortragsperformance.

Am 26. Oktober führt der Cembalist Korneel Bernolet auf seinem uralten Cembalo seine Doktorarbeit zum Thema Arpeggien vor. Die Schauspielklasse des Konservatoriums bringt eine eigene Fassung von Joost van den Vondels Lucifer (1648 - 1654) unter Leitung des Dramaturgen Jan Peter Gerrits. Vom Theatermacher Vincent Meenen werden neue Arbeiten präsentiert: Er fertigte 100 Zeichnungen an, die das Übermaß und Bombastische des Barocks widerspiegeln.

Am 6. September ist ARTICULATE zu Gast beim Eröffnungsabend der Ausstellung „Naughty Kids“ im Lange Zaal der Königlichen Akademie für Schönen Künste Antwerpen. Barock und Punk scheinen auf den ersten Blick Gegensätze zu sein, jedoch führen beide Bewegungen zu einer völlig neuen Formensprache. Die Punk-Ausstellung „Naughty Kids“ zeigt sowohl den Bildersturm der Barockzeit und Punkbewegung als auch die jüngere Wiederbelebung von Künstlermagazinen und Do-it-yourself-Initiativen. Während des Diskussionsnachmittags „Paradox des Punks“ sprechen eine Reihe von Experten aus den Bereichen Mode, Performance, Musik, und Do-it-yourself über Punk.

Praktisches

  • ARTICULATE 2018. Research days
  • 30 September 2018 in AMUZ, Kammenstraat 81
  • 25. bis 26. Oktober 2018, Weltpremiere der neuen Stabat-Mater-Komposition hermesensemble, Königliches Konservatorium – deSingel, Desguinlei 25
  • 6. September 2018, Königliche Akademie für Schönen Künste – De Lange Zaal, Venusstraat 34b
  • Weitere Informationen und Preise auf www.articulateresearchdays.be
  • Organisation: ARTICULATE ist eine Veranstaltung des Königlichen Konservatoriums Antwerpen und der Königlichen Akademie für Schönen Künste Antwerpen (AP Hogeschool) in Zusammenarbeit mit HERMESensemble, Studienzentrum für Flämische Musik, Forschungsgruppe LABO XIX-XX, AMUZ, deSingel, Universität Antwerpen und KoMASK mit Unterstützung der Stadt Antwerpen.
  • Ansprechpartnerin: Tine Marguillier, Tine.marguillier@ap.be


Einspielen der Barock-Orgel der Sankt Norbertkirche

Ab Juni 2018 erhebt sich in der Sankt Norbertkirche ein imposantes Stück Handwerk in dunklem Mahagoni-Rot. In Anlehnung an die barocke Vergangenheit der Stadt ist die neue Orgel zugleich eine Brücke in eine pulsierende Zukunft.

Die Organisten Emmanuel Van Kerckhoven und Aart Bergwerff (NL), The Antwerp Baroque Orchestra mit dessen festen Solisten und Het Groot Akkoord verzücken Sie zwei Tage lang mit Orgelmusik, die alle Facetten dieses Instruments verdeutlicht: als Barockinstrument, modernes Instrument, Begleitinstrument, Soloinstrument und als Duett-Instrument im Zusammenspiel mit der romantischen Loret-Orgel aus 1846. Mit einem abwechslungsreichen und schillernden Programm erfahren Sie alles über diesen überwältigenden und besonderen Blickfang auf dem Dageraadplaats.

Die brandneue Orgel wird ein ganz besonderes Instrument – und das nicht nur in Bezug auf Gestaltung und Klang. Zwar mag sie den Eindruck machen, als sei sie in der Barockzeit erbaut worden, doch im Inneren verfügt sie über modernste Technik: Wie dem Gebläse mit automatischer Drehzahlsteuerung oder dem transponierbaren Manual, sodass auf 440 Hz (moderne Stimmung) als auch auf 415 Hz (barocke Stimmung – einen Halbton tiefer) gespielt werden kann. So ist das Instrument die ultimative Kombination aus Authentizität und moderner Technik. Und außerdem findet die Orgel dadurch im Erdgeschoss der Kirche Platz und kann die Hand- und Fußarbeit des Organisten ausführlich betrachtet werden.

Das Einweihungswochenende umfasst ein breites und zugängliches Programm mit einem Orgelsolokonzert, Instrumentalkonzerten für Orgel und Orchester, eine Bach-Kantate, technische Präsentationen und eine überraschende Aufführung von Tanzmusik auf der Orgel.

Praktisches

  • Einspielen der Barock-Orgel der Sankt Norbertkirche
  • 20. Oktober um 16 Uhr und 21. Oktober 2018 von 11 bis 18 Uhr
  • Sankt Norbertkirche, Dageraadplaats, 2018 Antwerpen
  • Kostenlos
  • Organisation: Barock-Orgel Sankt Norbertkirche mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Emmanuel Van Kerckhoven, info@barokorgelsintnorbertuskerk.be


Retteketet Muziekkabinet

So lautet der klangvolle Name eines zweitägigen Festivals für Alte Musik und historische Spielpraxis mit Konzerten, Workshops und Meisterkursen (von belgischen Ensembles durchgeführt), einer Messe mit Instrumentenbauern, Verlegern, einer offenen Bühne und einem Auftritt von DKO. Interessierte, Enthusiasten und Musiker können bei dieser Ausgabe zum Thema Barock Musik und Musikinstrumente aus der Zeit Rubens genießen und entdecken. Wie beispielsweise Brüsseler Musik aus dem 17. Jahrhundert, die vom Ensemble Sospiri Ardenti mit dem Blockflötisten Geert Van Gele vorgetragen wird. Auf dem alten Musikmarkt kann man Instrumente und andere schöne Kreationen von Instrumentenbauern, Musikverlagen, Musikläden und Buchhändlern aus dem In- und Ausland bestaunen. Wer lieber selbst Hand anlegt, wird sicherlich in einem der vielen Workshops, Meisterkurse und Mini-Konzerte auf seine Kosten kommen. Im Workshop von Aline Hopchet können Anfänger mit Pommern, Dulzianen und Krummhörnern experimentieren. In anderen Workshops werden einfache Volkstänze wie Pavanen, Allemanden, Sarbanden, Couranten, Ballete und mehr aus der Sammlung „‘t Uitnement Kabinet“ von Paulus Matthyszoon auf eigenen Instrumenten gespielt.

Musiker mit Erfahrung können die Meisterkurse von Kate Clark – der Expertin für Holzquerflöten – sowie des Cembalisten und Experten Kris Verhelst besuchen. Wer sich traut, dem steht die offene Bühne zur Verfügung. Wer sich doch in der Gemeinschaft wohler fühlt, singt aus voller Brust mit den Lieder aus dem „Ierste Muziekboexken“ von Tielman Susato mit.

Die Aufführung der Schüler und Lehrer der Abteilungen Alte Musik Antwerpen und Ma'go des DKO unter der Leitung von Wim Becu findet in der Sankt Jakobskirche statt – einem besonderen Ort voller barocker Schätze.  

Praktisches

  • Retteketet Muziekkabinet
  • 24. und 25. November 2018
  • Museum Vleeshuis, Vleeshouwersstraat 38 und Sankt Jakobskirche, Lange Nieuwstraat 73
  • 15,- €/5,- €
  • Organisation: Belgian Early Music Community Ma’go Antwerpen, DKO Antwerpen (Abteilung Alte Musik) mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Axel De Schrijver, axel.de.schrijver@telenet.be, info@early_music.be


Beginenhofkonzerte RedHerring

Das Barockensemble RedHerring unter der Leitung von Patrick Denecker spielt in der Beginenhofkirche ein Programm mit international renommierten Barock-Experten. Am 13. und 14. Oktober nimmt der Tenor Jan Van Elsacker mit „Canzoni Italiani: in Rubens Zeiten sehr beliebt“ das Publikum auf eine erlesene musikalische Reise ins 17. Jahrhundert mit. Eine faszinierende Einführung in die musikalischen Phänomene des 17. Jahrhunderts, wie etwa die instrumentale Sonate und die vokale Kanzone, die Rubens höchstwahrscheinlich kannte oder und hörte. Am 8. und 9. Dezember wird uns die Sopranistin Lore Binon unter dem Namen „Van Dycks Musik: Englische Musik in den Ohren Sir Anthonys“ mit nach England und in die „Lage Landen“ des 17. Jahrhunderts nehmen. Übrigens: Zwischen dem Beginenhof und Antoon van Dyck: Seine Schwestern lebten dort. Neben dem architektonischen und musikalischen Aspekt steht während der Konzerte – dank der vorhandenen bedeutenden Gemälde, beispielsweise von Jacob Jordaens – auch das Gemälde als künstlerische Ausdrucksform im Mittelpunkt.

Praktisches

  • Beginenhofkonzerte RedHerring Baroque Ensemble
  • 13. und 14. Oktober sowie 8. und 9. Dezember, jeweils um 15 Uhr
  • Beginenhof, Sankt Katharinakirche, Rodestraat 39, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 20,- €/15,- €
  • Organisation: Dialogos mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Patrick Denecker, patrick.denecker@gmail.com


Natashia Kelly und Brice Soniano

Eine besondere Kombination aus Sängerin und Kontrabassistin, die die Moderne mit dem Barock verweben. Natashia und Brice nehmen die Musik aus dem Frühbarock als Ausgangspunkt – Henry Purcell und Giovanni Pergolesi dienen als Inspirationsquelle. Sie experimentieren mit Wiederholungen, Dauer, Variation, Textur und Klangfarben, bis all dies zur Poesie wird. Ein Gesamterlebnis, bei dem sich das Publikum frei bewegen kann und somit nicht nur die Musik, sondern auch den Ort selbst auf sich wirken lassen kann. Natashia Kelly und Brice Soniano werden vom 4. August bis zum 1. September an verschiedenen Orten einige Minikonzerte geben. Am 2. September um 11 Uhr öffnet speziell für dieses besondere Barockkonzert der fantastische Nottebohmzaal – Prunksaal der Bibliothek Hendrik Conscience – seine Türen.

Praktisches

  • Natashia Kelly und Brice Soniano
  • 2. Oktober 2018 um 11 Uhr Weitere Konzerttermine auf www.antwerpbaroque2018.be
  • Bibliothek Hendrik Conscience, Hendrik Conscienceplein 4, 2000 Antwerpen
  • 5,- €
  • Organisation: Natashia Kelly und Brice Soniano mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: natashia.kelly@gmail.com


Sound in Motion presents: From Bach To The Future

„From Bach to the Future” ist eine abenteuerliche Konzertreihe im Museum Vleeshuis, die auf eine ungezwungene Weise veranschaulicht und hören lässt, wie der Barock in verschiedenen Formen in der zeitgenössischen Musik weiterlebt. Das nicht nur – wie zu erwarten – in der klassischen Musik, sondern überraschender Weise auch in der freien Improvisation, der zeitgenössischen Komposition, der Weltmusik und der Avantgarde.

Den perfekten Ausgangspunkt für die Konzertreihe „From Bach to the Future“ bildet ein Zitat des berühmten Barockspezialisten Jordi Savall, das zeigt, wie stark Barock und Improvisation miteinander verknüpft sind: „Was hat das „unvergleichliche Genie” Johann Sebastian Bach mit dem einflussreichsten Jazzerneuerer John Coltrane gemein? Bei beiden Komponisten spielt die Improvisation eine wichtige Rolle in ihrer Musik. Wer glaubt, die Improvisation sei von Jazzmusikern erfunden worden, braucht dringend eine Nachhilfestunde in Sachen Musikgeschichte.”

Mit dem Antwerpener Museum Vleeshuis – das 600 Jahre Musikgeschichte umfasst – als idealen Veranstaltungsort und Partner und den renommierten Künstlern Aisha Orazbayeva, Tim Etchells, Mary Jane Leach, Raphael Rogiński, Maya Homburger, Barry Guy und Charlemagne Palestine steht „From Bach to the Future“ für eine musikalische Entdeckungsreise, die das Publikum auf spontane Weise von Bach, Telemann und Purcell über Coltrane, Parmegiani, Leach und Palestine in die Zukunft führt.

Für „From Bach to the Future“ werden die fünf einzigartigen Events/Konzerte um eine übergreifende Ausstellung ergänzt.

Praktisches

  • Sounds in Motion presents From Bach To The Future
  • 8., 23., 30. September und 6. Oktober 2018, jeweils um 20 Uhr und 16. September 2018 um 18 Uhr
  • Museum Vleeshuis, Vleeshouwersstraat 38, 2000 Antwerpen
  • 15,- €/10,- €/5,- € im Vorverkauf/18,- €/13,- €/10,- € an der Abendkasse
  • Organisation: Sound In Motion mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Koen Vandenhoudt, Info@soundinmotion.be


Curiosa – Theater De Spiegel und De Veerman

„Curiosa“ ist eine barocke Installationsausstellung für Kinder von 0 bis 3 Jahren und ihre erwachsenen Begleiter. „Curiosa“ geht auf Tournee durch Theater und Kindergärten.

Diese modulare Wunderkammer ist ein Erlebnisbad für die Sinne voller Raritäten, Kunstschränke, Grafiken und Musik. Kinder können selbst beobachten, spielen und mit den vorhandenen Elementen experimentieren. Aber auch die Musiker und bildenden Künstler interagieren – jeweils aus ihrer eigenen künstlerischen Sprache heraus – mit den Objekten, der Musik und dem, was die Kinder selbst nennen.

Musikalische und visuelle Stilelemente aus dem Barock werden in eine breitere historische Perspektive gestellt. Antwerpen erlebte von der Gegenreformation ausgehend im 17. Jahrhundert eine erneute Blütezeit. Reiche Bürger fungierten nun als Mäzene für Kunst und Künstler. Rockox, Van der Geest, Plantijn und Moretus, aber auch Rubens selbst sammelten Kunstwerke, Naturalien und Personalia. Rubens hatte sogar für all seine Kuriositäten, die er von seinen Reisen durch Italien, Frankreich, Spanien und England mitbrachte, einen separaten Raum einrichten und einen Garten anlegen lassen.

Den Menschen wurde klar, dass Maler oder Bildhauer nicht nur Handwerker waren, die ein Werk im Dienste der Religion produzierten, sondern echte Künstler – Individuen also mit eigenem Stil, eigener Charakteristik und eigener Spezialisierung.

In diesen Kunstkammern – auch Teatri di Nature ed'Arte genannt – versuchten die Besitzer/Sammler, die Wunder der Natur mit dem Erhabenen der menschlichen Schöpfung zu konfrontieren, um so dem Wesentliche zu entsteigen. Diese Räume und Schränke bildeten die Grundlage für spätere Enzyklopädien und Museen.

Zeitgenössische Künstler suchen auch heute noch oft nach einer Möglichkeit, das Hyperreale mit dem Natürlichen zu verbinden. Genau wie das kleine Kind – das beobachtet, spielt, experimentiert und forscht – kreiert der Künstler seine grundlegenden Mindmaps aus Überraschung, Erstaunen, persönlichen Sammlungen und Assemblagen heraus. Genau dies bildet die essentielle Verbindung mit der Zielgruppe: den allerjüngsten Kindern.

Auch im Austausch mit ausländischen Stilen und Ikonen, die im Barock zu neuen Ideen und Gestaltungsweisen führten, besteht eine Parallele zur Gegenwart: Es ist eine Verbindung, mit der wir in diesem Projekt die Barockzeit in unsere heutige Zeit bringen.

Praktisches

  • Curiosa
  • 25. bis 26. August 2018 um 10, 14 und 16 Uhr in hetpaleis, Theaterplein, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 10,- €/5,- €
  • 3. bis 6. Januar 2019 in DE Studio, Maarschalk Gerardstraat 4, 2000 Antwerpen – Belgien
  • Organisation: Theatre De Spiegel, De Veerman mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Marie Caeyers, marie@despiegel.com und Manu Van Doorsselaer, production@despiegel.com


Woensdagklanken 2018 (Mittwochsklänge). In den Fußstapfen der Duartes

Auf dem Meir, gleich bei der Familie Rubens um die Ecke, lebten die Duartes, eine der musikalischsten Familien im Antwerpen des 17. Jahrhunderts. Die Duartes hatten jüdische Wurzeln und in einer Welt mit vielen religiösen Spannungen spricht die Musik eine neutrale und universale Sprache. In ihrem Stadtpalais gaben Vater Gaspar und dessen drei Töchter daher regelmäßig Konzerte. 2018 stellt Ihnen das Museum Vleeshuis die Duartes und deren Musik vor. Junge, vielversprechende Musiker und etablierte Künstler führen uns von Antwerpener Stadtpalais zum englischen Hof, von holländischen Gärten zu spanischen Schlössern … ganz in den Fußstapen der Duartes also. Im nahegelegenen renovierten Snijders&Rockoxhaus befindet sich übrigens ein Musikzimmer wie das von Gaspar Duarte.

Praktisches

  • Woensdagklanken 2018 (Mittwochsklänge). In den Fußstapfen der Duartes
  • Monatlich mittwochs, außer im Juli und August
  • Museum Vleeshuis, Vleeshouwersstraat 38, 2000 Antwerpen
  • 5,- €
  • Organisation: Museum Vleeshuis
  • Ansprechpartnerin: Marleen Maes, marleen.maes@stad.antwerpen.be


Sleep – Max Richter

Im Rahmen von „Diasporalia“ kann man am 7. September sogar die Nacht in der Kathedrale verbringen. Anlass ist das Konzert Sleep des deutschen Komponisten Max Richter. Sleep ist ein acht Stunden dauerndes Konzert, bei dem die Zuschauer einmal nicht auf Stühlen sitzen, sondern in Betten liegen. Bei seiner Komposition ließ Richter sich von dem weltberühmten Barockkomponisten Bach inspirieren.

„Mit der Verbindung zwischen Diasporalia und Sleep fordern wir die Besucher heraus, sich in die Haut der Menschen zu versetzen, auf die die Skulptur von Koen Theys verweist. Welche Träume veranlasst Menschen dazu, ihr Zuhause zu verlassen? Welche Verlangen leben in den Herzen von entwurzelten Männern, Frauen und Kindern, die in unserer Gesellschaft landen. Ist es nicht genau auf dieser Ebene, auf der Menschen trotz aller Unterschiede einander finden und wiedererkennen?“ (E.H. Bart Paepen, Pfarrer der Kathedrale)

Praktisches

  • Sleep – Max Richter
  • bis 8. September 2018, von Mitternacht bis 8 Uhr
  • Weitere Informationen und Reservierung (ab Mitte Juni): www.antwerpbaroque2018.be
  • 90,- €/120,- € mit Frühstück
  • Liebfrauenkathedrale, Handschoenmarkt, 2000 Antwerpen
  • Organisation: Studio Richter Mahr, Monumentale Kerken Antwerpen mit Unterstützung der Stadt Antwerpen und Toerisme Vlaanderen
  • Ansprechpartnerin: Marieke D’Hooghe, marieke.d’hooghe@stad.antwerpen.be     

 

3. Theater, Musiktheater und Tanz


Earth Diver – Muziektheater Transparant

Earth Diver ist ein Projekt des Regisseurs Wouter Van Looy. Ein multimediales Porträt von atemberaubender Kraft über eine Gesellschaft in der Krise, die ihren Untergang vor Augen sieht und verzweifelt nach Antworten sucht.

ChorWerk Ruhr singt einerseits religiöse Musik von Heinrich Schütz und richtet sich dabei mit dem Blick nach oben erwartungsvoll an einen Gott, der Hoffnung und Erlösung bringen soll. Diese Musik wurde in einer Zeit geschrieben, in der Pest und Krieg Tod und Vernichtung brachten. Andererseits erklingt Musik von Nikolaus Brass, der sucht, hinterfragt und Schütz religiöses Kartenhaus ins Wanken bringt.

Der Chor bewegt sich inmitten einer imposanten Videokulisse, mit der der Videokünstler Wim Catrysse ein scheinbar fiktives Porträt eines eiskalten Ortes skizziert, der nach einer Katastrophe übrig geblieben ist. Eine Gemeinschaft von Bergleuten gibt trotz besseren Wissens nicht auf und gräbt immer weiter und tiefer in die Erde hinein.

Im Zentrum liest und singt der Performer und Sänger Phil Minton ein ergreifendes Gedicht über Verlust und Entsagung. Der Text von Paul Verrept beruht auf den Stadien der Trauer von Kübler-Ross. Er führt uns von Verneinung zu Wut, von Verhandlungen mit dem Leben zu Lethargie und Depression, denn wo soll man Antworten finden? Was sagt Gott dazu, oder hat die Wissenschaft vielleicht etwas Besseres zu bieten? Wer hilft uns, zu akzeptieren, dass es ein Ende gibt?

Praktisches

  • Earth Diver – Muziektheater Transparant
  • 11. bis 13. Oktober 2018, jeweils um 20 Uhr, 14. Oktober 2018 um 15 Uhr
  • Ehemalige Electrabelhalle/Interescaut, Alexander Wuststraat, 2627 Schelle
  • 25,- €/20,- €/8,- €
  • Organisation: „Earth Diver“ ist eine Koproduktion der Stadt Antwerpen mit deSingel.
  • Ansprechpartnerin: Mia Prce, mia.prce@antwerpenkunstenstad.be


Het land Nod – Toneelhuis/FC Bergman

Als das Antwerpener Museum für schöne Künste 1890 seine Türe öffnete, schrieb das Architekturmagazin L'Emulation: „Que diable va-t-on loger dans ces immenses salles?“ Bis heute ist es schwierig, eine eindeutige Antwort auf diese Frage zu geben. Tatsache ist, dass das Museum seit seiner Eröffnung die Arbeit eines der größten Teufelskünstler der Kunstgeschichte beherbergt: Peter Paul Rubens. Die zentrale Saal dieses Gebäudes wurde sogar speziell für seine Gemälde entworfen.

Man könnte aber auch sagen, dass das Museum in seinen riesigen Sälen etwas anderes, vielleicht sogar noch ein bedeutenderes und größeres Werk umfasst: eine Sammlung menschlicher Besucher. Ein unsichtbares Archiv mit ruhigen Blicken, Denkanstrengungen, Meditationen… kurz gesagt, eine riesige Vielzahl an Geschichten, die wie ein riesiges, aber unsichtbares Monster zwischen seinen samtenen Wänden schlafen. Seit mehr als einem Jahrhundert suchen die Menschen Ruhe und Trost zwischen diesen Meisterwerken – knisternde Heilige blicken auf ihre Köpfe. Ebenso lange steht die Zeit zwischen diesen Mauern still.

„Als in Antwerpen am 13. Oktober 1944 die erste V-Rakete auf die Häuser der Schilderstraat neben dem Museum einschlägt, bleibt das Museum weitgehend verschont, aber das Glasdach, die Decken, die Wandverkleidungen und natürlich auch viele Gemälde sind stark beschädigt. (...) Der Schaden ist offenbar so groß, dass 1947 Regen und Schnee in verschiedene Hallen im Obergeschoss eindringen, Gesimse zerbröckeln und das Museum kalt und feucht ist und sogar als „unwirtlich“ bezeichnet wird.“ (Aus: Het KMSKA. Een geschiedenis 1810 – 2007)

Heute bietet das Museum den gleichen Anblick. Diesmal jedoch aufgrund eines Krieges, sondern wegen gründlichen Renovierungsarbeiten. Dennoch ist es ist ein seltsamer Anblick, den Rubenssaal vernarbt, so zugerichtet zu sehen… Als ob mit den Löchern in der Mauer auch ein Loch in das Reservoir von Geschichten geschlagen wird, das so langsam leer zu laufen scheint. Toneelhuis/FC Bergman unternimmt mit „Het land Nod“ einen vorsichtigen Versuch, die Blutung zu stoppen, ein Pflaster auf das Holzbein zu kleben.

Praktisches

  • Het land Nod van FC Bergman
  • 25. bis 28. Oktober 2018, jeweils um 20 Uhr
  • Ehemalige Electrabelhalle/Interescaut, Alexander Wuststraat, 2627 Schelle
  • 25,- €/20,- €/8,- €
  • Organisation: „Het land Nod“ ist eine Koproduktion der Stadt Antwerpen mit dem Toneelhuis.
  • Ansprechpartnerin: Mia Prce, mia.prce@antwerpenkunstenstad.be


Lucifer: ein zeitgenössisches Oratorium – De Bronstige Bazooka’s

Thomas De Prins, Andy Fierens und Michaël Brijs kreieren ein zeitgenössisches Oratorium über einen rebellischen Engel. Zentrales Thema ist die Flucht und die Figur des Verbannten. Gesungen und erzählt wird die Geschichte vom De Bronstige Bazooka’s, als Inspiration diente u. a. das gleichnamige Stück des niederländischen Barockdramatikers Joost van den Vondel. Lucifer ist ein eklektisches Hörerlebnis, das barocke Elemente mit konkreter Mystik, Physik, Metaphysik, Spannung, Humor und Surrealismus verbindet. Rezitativpassagen wechseln einander mit Instrumentalfugen und großartigen Chorälen ab.

Das Oratorium ist ein Vokalwerk mit spirituellem Inhalt, oft mit einem zentralen Erzähler. Im Gegensatz zur Oper kommen hier weder Bühnenbild noch Schauspiel zum Einsatz. Diese Art der Inszenierung kam insbesondere im Barock auf. Lucifer ist von der gleichnamigen Tragödie Joost van den Vondels inspiriert, die 1654 in Amsterdam uraufgeführt wurde. Eine Verbindung mit Antwerpen findet sich ebenfalls. Vondels Eltern mussten aufgrund ihrer Konfession 1582 aus der Stadt fliehen. Auf Umwegen gelangten sie über Köln und Utrecht schließlich nach Amsterdam.

Das Thema der Flucht ist heute besonders aktuell – nicht nur in der Kunst, sondern besonders und leider auch in der Realität. Vom Sturz des Erzengels ausgehend, wird in Lucifer eine Verbindung zu den Vertriebenen hergestellt, die heute weltweit ein neues Zuhause suchen. Genau dies ist das Hauptthema der Aufführung. Dieses Oratorium erinnert nicht nur an Vondel, sondern auch an das Leben und Werk des Barockautors Richard Verstegen, der im 16. Jahrhundert aus England fliehen musste. Sein neues Zuhause wurde Antwerpen, wo er den Rest seines Lebens in Sicherheit verbrachte.

De Bronstige Bazooka’s werden von einem vierköpfigen Instrumentalensemble und zwei Gesangssolisten begleitet. Teilnehmender Chor: Ladies Aloud (https://nl-nl.facebook.com/ladiesaloud/)

Praktisches

  • Lucifer: ein zeitgenössisches Oratorium von De Bronstige Bazooka’s
  • 22. November 2018 um 20.30 Uhr
  • AMUZ, Kammenstraat 81, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 12,- € im Vorverkauf/14,- € an der Abendkasse
  • Organisation: Lucifer ist eine Koproduktion von De Bronstige Bazooka’s mit Behoud De Begeerte, Arenbergtheater und Fameus (unterstützt durch KunstZ) mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Michaël Brijs, michaelbrijs@hotmail.com


STADSPARADIJZEN – kunstZ

Für das aktive und partizipative Projekt STADSPARADIJZEN bündeln die jungen Mitglieder der kunstZ-academie sowie von Fameus, Künstler von kunstZ, Jugendliche von OOSTNATIE und kopspel ihre künstlerischen Talente. Die jungen Teilnehmer werden ermutigt, selbst zu gestalten und verleihen mittels Text, Gesang, Tanz, Musik, Theater und Videoprojektionen ihren Wünschen sowie ihrem Blick auf andere und sich selbst Ausdruck. Diese künstlerischen Ausdrucksformen zeigen einen Querschnitt von Territorien und Emotionen.

In STADSPARADIJZEN ist das Tierreich eine Metapher für alle möglichen Ansichten rund um den Urbanen Dschungel: ein Biotop, in dem es vor allem darum geht, Territorien zu verteidigen, zu erweitern und zu bestreiten. STADSPARADIJZEN ist keine Wahl zwischen einem idyllischen Paradies und einem gefährlichen Stadtdschungel. Es zeigt jedoch das Staunen über die Begegnungen in der Stadt zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Rubens, Jean De La Fontaine und Marie-Jo Lafontaine bilden zusammen die Inspirationsquelle für STADSPARADIJZEN. Das Gemälde Rubens „Paradieslandschaft mit der Erschaffung des Menschen“ zeigt eine idyllische Landschaft voller Tiere – wild wie domestiziert – „einfach so“ brüderlich vereint. Es erscheint wie eine Allegorie einer idealen, höchst diversen Gesellschaft. Aber wir wissen, dass die Sünde dieses Bild schon bald und nachhaltig erschüttern wird.

Jean De La Fontaine, Zeitgenosse von Rubens, verleiht den Tieren eine ganz andere Rolle. In seinen Fabeln erhalten die Tiere menschliche Eigenschaften. Dies ermöglicht es ihm, sowohl zwischenmenschliche Beziehungen zu seziere, als auch die weitgefasste Gesellschaft zu kommentieren. Ironie und Humor sind dankbare Unterstützer.

Marie-Jo Lafontaine portraitiert in ihrer Fotoserie „I Love the world“ Portraits menschlicher Figuren mit Tierköpfen. Sie setzt diese Figuren bewusst in den Kontext der Metropole. Dieses Setting hat wenig mit der romantischen Landschaft und den freundlichen Dörfern zu tun, in denen sich die Fabeln von Jean De La Fontaine abspielen. Als Künstlerin erfasst sie perfekt die Schwingungen, die der Stadt Form und Farbe verleihen. In ihrer Arbeit jedoch ist die Bedrohung nie weit weg. In dem Fall die Sünde also.

Praktisches

  • Stadsparadijzen – kunstZ und Fameus
  • 22. bis 23. Dezember 2018, jeweils um 20.30 Uhr
  • Saal Athena, Koninklijk Atheneum Antwerpen, Franklin Rooseveltplaats 11, 2060 Antwerpen – Belgien
  • 10,- €/8,- €
  • Organisation: Stadsparadijzen ist ein aktives, partizipatives Projekt von kunstZ in Zusammenarbeit mit Marie-Jo Lafontaine, Kopspel, OOSTNATIE und Fameus mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Mulanga Nkolo, mulanga.nkolo@kunstz.beinfo@kunstz.be


Die Parade der Männer, Frauen und derjenigen, die aus der Ferne zu fliegen scheinen – Teil 2 – Thomas Verstraeten

Am 20. Mai 2017 fand die „Die Parade der Männer, Frauen und derjenigen, die aus der Ferne zu fliegen scheinen“ statt. Diese Parade war eine einmalige Performance des Künstlers und Theatermachers Thomas Verstraeten. Eine bunte Mischung von 1000 Antwerpener Bürgerinnen und Bürger nahm gemeinsam an einem farbenfrohen Umzug teil. Vertraeten versuchte mit dieser Parade Ordnung in das Chaos der Straße, der Stadt und der zunehmend komplexer werdenden Welt zu bringen. Es war eine Parade von Polizisten und Feuerwehrleuten, Skatern und Kricketspielern, Menschen mit einer Aldi-Tüte und Frauen auf Herrenrädern… Die Parade wurde zum Ort, an dem sich die Stadt der Welt zeigte.

Ein Jahr später beginnt Verstraeten nun mit der Bearbeitung der riesigen Sammlung an Videoaufnahmen, die während der Parade gemacht wurden. Verstraeten hofft, in einem auf monumentale Weise montierten Triptychon neue Bedeutungsschichten zu enthüllen. Klangkünstler Senjan Jansen schafft für diese Videoinstallation eine beschwörende Klangkulisse.

„Die Parade der Männer, Frauen und derjenigen, die aus der Ferne zu fliegen scheinen“ reiht sich ein in die geschichtsträchtige Antwerpener Tradition von Prozessionen und riesigen Umzügen, in denen die Bewohner Antwerpens sich selbst und ihre Weltanschauung darlegten. Eine Tradition, die während der Barockzeit ihren Höhepunkt hatte. Im 17. Jahrhundert verloren die Prozessionen dann ihre religiöse Bedeutung und entwickelten sich in profane, weltliche Ereignisse. Anstelle religiöser Szenen halten nun Riesen, mythologische Tieren und lokale Einzug. Die Prozessionen verwandeln sich von religiösen Ereignissen hin zu bürgerlichen Umzügen – von den Bürgern für die Bürger. Eine Entwicklung, die auch in meinen heutigen Paraden zu beobachten ist. Eine wichtige Inspirationsquelle aus dem Barock ist der Druck von Gaspar Bouttats, der 1685 von dem berühmten Antwerpener Drucker Hieronymus Verdussen de Jonge angefertigt wurde. In diesem Druck findet umsäumt von einer gigantischen Menschenmenge ein fantastischer Umzug auf dem Meir statt.

Praktisches

  • Die Parade der Männer, Frauen und derjenigen, die aus der Ferne zu fliegen scheinen – Teil 2
  • Offizielle Eröffnung am 6. Oktober 2018 um 19 Uhr
  • bis 23. Oktober 2018, von 11 bis 17 Uhr, außer montags
  • Cruise Terminal, Ernest Van Dijckkaai/Steenplein, 2000 Antwerpen – Belgien
  • Kostenlos
  • Organisation: Thomas Verstraeten in Zusammenarbeit mit Detheatermaker mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Elsemieke Scholte, elsemieke@detheatermaker.be und Thomas Verstraeten, thomas_verstraeten@hotmail.com


Atelier – tg STAN, De Koe und Maatschappij Discordia

In „Atelier“ setzen Peter Van den Eede (derKOE), Matthias de Koning (Maatschappij Discordia) und Damiaan De Schrijver (tg STAN) ihre Forschung zum Thema Theaterschauspieler fort. Grundlage dafür ist deren ikonische Produktion Vandeneedevandeschrijvervandekoningendiderot (2001).

Haben Theatermacher – wie beispielsweise Bildhauer und Maler – ein Atelier, in dem sie ihre Ideen auf Papier bringen – und wenn ja, wie sieht dieses Atelier dann aus? Was und wo und wie und wann und weshalb arbeiten wir? Ist dies überhaupt arbeiten? Wie skizzieren wir Charaktere? Was schreiben wir auf? Sind wir ein Tableau? Sind wir unser eigenes und das Modell der anderen? Sind wir ein Selbstporträt?

Sehen und gesehen werden, Geschichte, Kunst, das Leben als Rahmen, Keilrahmen, Rahmen für die Expressionen auf der Leinwand unserer Haut. In einer bifrontalen Anordnung wird die vierte Wand rekonstruiert und wieder eingerissen. Eine Laboruntersuchung des Naturalismus, Realismus und Hyperrealismus.

Mit 'atelier' bieten tg STAN, De Koe und Maatschappij Discordia visuelles Theater, das sich vom leeren Raum entfernt. Ohne Worte wird das Publikum auf eine unvergessliche, ästhetische Expedition – einem Wirbelwind aus Emotionen und Bewegung – mitgenommen.

Praktisches

  • Atelier – tg STAN, De Koe und Maatschappij Discordia
  • 18., 19., 20., 21., 24., 25., 26. und 27. Oktober 2018, jeweils um 20 Uhr
  • Tempel, Königliche Akademie für Schönen Künste, Mutsaardstraat 31, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 16,- €/8,- €
  • Organisation: tg STAN, De Koe und Maatschappij Discordia in Zusammenarbeit mit der Königlichen Akademie für Schönen Künste Antwerpen mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Ellen Asaert, ellen.asaert@stan.be, info@stan.be


B.O.X und MartHa!tentatief: Lulletje

Lulletje ist ein Theaterkonzert über Liebe und Angst in unsicheren Zeiten. Johan Petit (MartHa!tentatief) und Pieter Theuns (B.O.X) versuchen, die „Knoten“ unserer Zeit zu entwirren. Was tun, wenn die Welt uns jetzt zu Füßen liegt? Johan erzählt die Geschichte, Pieter übernimmt gemeinsam mit Jutta Troch und Jon Birdsong die Musik.

„Lulletje“ ging auf miXmass – dem von B.O.X und deSingel veranstalteten Festival – in Vorpremiere. Im Rahmen von „Antwerp Baroque 2018“ wurde die Vorstellung für eine Tournee in Antwerpener Kulturzentren weiter ausgearbeitet. Die überraschend modernen Klangfarben von B.O.X und die zeitlose Erzählung von Johan Petit versprechen wunderbare Abende, in denen Altes und Neues zum Hier und Jetzt verschmelzen.

Johan Petit tritt für MartHa!tentatief auf – einer Theatergruppe, die seit Jahren urbane Themen aufgreift und daraus zugängliche, oft festliche und immer bedeutsame Vorstellungen entwickelt.

Pieter Theuns ist Chef von Baroque Orchestration X, einem Kollektiv, das antike Instrumente wie Harfe, Viola da Gamba, Zink und Theorbe spielt. Sie arbeiten mit modernen Künstlern aus der Indie-Music-Szene zusammen. So reißen die Klangwände zwischen Alt und Neu, Pop und Klassik, Lokal und International.

Praktisches:

  • Lulletje – B.O.X und MartHa!tentatief
  • 27., 28. und 29. September, 6., 11., 25. und 27. Oktober sowie 16. November 2018
  • Auf Tournee in den Kulturzentren Antwerpens und der Sankt Pauluskirche
  • Für weitere Informationen, Ticketpreise und Termine besuchen Sie www.antwerpbaroque2018.be.
  • Organisation: B.O.X und MartHa!tentatief mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Els Kortleven, els@marthatentatief.be


Tropoi XXL – Theater FroeFroe

Theater FroeFroe präsentiert eine einzigartige erweiterte Version ihrer preisgekrönten Spitzenvorstellung „Tropoi“, in der spätmittelalterliche und barocke Musik die Hauptrolle spielen. „Tropoi XXL“ spielt zum ersten Mal vor Ort in Antwerpen wurde musikalisch erweitert. Das Orchester wird durch das auswärtige Talent Andrea De Carlos des Ensembles Mare Nostrum aus Rom verstärkt. „Tropoi XXL“ garantiert einen Abend voller Musik und Puppenpoesie für alle ab zehn Jahren.

Als Inspiration diente der historische Roman „Melodien“ von Helmut Krausser, der gerne auch als der deutsche Umberto Eco bezeichnet wird. Die Geschichte handelt von der Macht und Magie der Musik. Die Laute ist das Grundinstrument der Hauptfigur Castiglio, einem Alchimisten am italienischen Hof. Als der Sohn des Königs ihn eines Tages fragt, weshalb Musik Menschen glücklich und traurig stimmen kann, will Castiglio die geheime Sprache der Musik entschlüsseln und alle glücklich machen. Dies ist der Beginn einer abenteuerlichen Suche nach der Magie der Musik.

„Tropoi“ (2013) erhielt viel Lob und war die erste „Puppentheatervorstellung“, die im Rahmen des Theaterfestivals aufgeführt wurde. Das Festival van Vlaanderen nahm diese besondere Darbietung – bei der sowohl in der Geschichte selbst, als auch in der Soundscape die Musik im Mittelpunkt steht – bereits ins Programm auf.

Praktisches

  • Tropoi XXL – Theater FroeFroe
  • 7., 8., 13., 14., 15., 16., 20., 21., 22. und 23. September 2018, jeweils um 20 Uhr
  • Blikjesfabriek Hoboken, Ecke Lage Weg/Krugerstraat, 2660 Antwerpen – Belgien
  • 16,- €/12,- €/10,- €
  • Organisation: Theater FroeFroe mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Evelien Alles, evelien@froefroe.be, info@froefroe.be


Le Grand Ballet – Zonzo Compagnie

Anno 1715, Versailles. In den Privatgemächern des Sonnenkönigs wird ein merkwürdiges Ritual abgehalten. Hundert Gäste sind Zeuge, wie der Hofkomponisten Marin Marais ein neues Werk für Viola da Gamba und Generalbass erschafft. Der König hört zunächst zurückhaltend zu, gibt sich dann jedoch – zum Erstaunen des treuen Publikums – den Bewegungen hin. Der Hof hat keine andere Wahl, als dem König präzise nachzueifern. Durch die Musik entsteht eine seltsame Choreografie: zwischen Yoga-Übungen, barockem höfischen Tanz und vornehmem Aerobic-Kurs. Schließlich gehen König und Adel so in dieser Chorografie auf, dass die Musik plötzlich unpassend erscheint. Die Musiker wiederum entschließen sich, der Choreografie zu folgen und sie in passende Klänge zu verwandeln. Und so entstand – dank der Interaktion zwischen Musikern und Publikum – völlig neue – ungehörte – Musik.

Anno 2018, Antwerpen. Speziell für das Kulturstadtfestival „Antwerp Baroque 2018“ engagieren Zonzo Compagnie und Ictus Ensemble den französischen zeitgenössischen Komponisten Frédéric Verrières, der das Werk für Viola da Gamba von Marin Marais meisterhaft bearbeitet hat.  Dieser darf sich u. a. besondere Neuinterpretationen von alten Partituren Bachs und Verdis, aber auch des Flamenco und afrikanischer Rhythmen zuschreiben.

„Le Grand Ballet“ ist eine sprachlose Aufführung, in der das Publikum zum Tanzen eingeladen wird – manchmal zu den Klängen der Musik, aber manchmal auch mit einer scheinbar eigenständigen Choreografie, der dann wiederum die Musiker folgen müssen. Mit dieser äußerst zugänglichen Vorstellung zum Mitmachen, holen Zonzo Compagnie und Ictus Ensemble ein breitgefächertes Publikum ab.

Praktisches

  • Le Grand Ballet – Zonzo Compagnie
  • November 2018 während des BIG BANG Festivals in deSingel, genaue Uhrzeit folgt.
  • deSingel, Desguinlei 25, 2018 Antwerpen – Belgien
  • 7,- €/5,- €
  • Organisation: Zonzo Compagnie in Zusammenarbeit mit Ictus Ensemble und Concertgebouw Brügge mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Ellen De Bruyne, ellen@zonzocompagnie.be, info@zonzocompagnie.be


Gigue! – Fameus

Fameus VoG – Brutstätte für Amateurkunst – lädt mit „Gigue!“ Jung und Alt zum Tanzen ein. Mit „Shaken not stirred“ (2017) und „Matching Bodies“ (2016) veranstaltete Fameus im Kulturzentrum Berchem bereits beeindruckende (Amateur-)Tanzprojekte auf großer Bühne.

2018 wagt sich Fameus gemeinsam mit einer großen Gruppe von Tänzern aller Altersgruppen und Tanzstile an das Thema Barock. Aus verschiedenen Tanzstilen heraus wird – zusammen mit professionellen Choreografen und vielen Tänzern – eine zeitgenössischen Interpretation des Barock erforscht.

Nach der Anmeldung mittels Open Call bestreiten die Tänzer (Mindestalter 15 Jahre) unter fachkundiger Leitung zwei intensive Bootcamps. Das eklektische Ergebnis wird am 18. November 2018 Im Rahmen einer Präsentation einem großem Publikum gezeigt. Anmeldung: 4. Juni bis 15. September 2018 auf www.fameus.be

Praktisches

  • Gigue! – Fameus
  • Anmeldung: 4. Juni bis 15. September 2018 auf www.fameus.be
  • Die Bootcamps finden am 10. und 11. November und vom 16. bis 18. November 2018 statt.
  • Die Präsentation erfolgt am 18. November 2018, durchgehend von 14 bis 20 Uhr. Die genauen Startzeiten entnehmen Sie bitte www.fameus.be
  • Het Oude Badhuis, Stuivenbergplein 38, 2060 Antwerpen – Belgien
  • 4,- €/2,- €
  • Organisation: Fameus in Zusammenarbeit mit Het Oude Badhuis und IetStof mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Shamisa Debroey, shamisa@fameus.be


B’rok d’Anvers 'thevirtuallyguidedexperiencetour-level1'

– De Kleine Expeditie

Anlässlich „Antwerp Baroque 2018. Rubens inspires.“ präsentiert De Kleine Expeditie einen neuen Theater-Story-Walk. ‘B’rok d’Anvers, thevirtualguidedexperiencetour-level1’ ist eine exklusive Tour auf der Grenze zwischen Fiktion und Realität. Ein Spiel im öffentlichen Raum, in dem Gemälde zum Leben erwachen. Eine einzigartige und dauerhafte Erfahrung, bei der das Publikum berührt, animiert und stimuliert wird. Barok is back! Und wie!

Claire und Antoon De Schepper gründeten in Erinnerung an ihren Vater die Groot Barokkiaans Genootschap Inc. Bruder und Schwester hegen das gleiche Ziel wie ihr Vater: die modernen Antwerpener Bürgerinnen und Bürger wieder mit den barocken Wurzeln in Kontakt zu bringen. Im Brabantse Olijfberg – wo auch ihr Vater vor 42 Jahren Veranstaltungen organisierte – heißen sie alle Besucher herzlich willkommen. Nun veranstalten die Kinder der Familie De Schepper ihre Aktionen an den Ecken, auf den Plätzen und in den Straßen der Stadt. Heute lassen sie sich von der virtuellen Technologie inspirieren und lancieren erstmals diese einzigartige „Baroque Experience“.

„Barock ist außergewöhnlich. Barock wirft Licht ins Dunkle. So erhalten die normalsten Dinge plötzlich Tiefe, Schatten und Emotion. Es setzt Dinge in Bewegung und erweckt sie zum Leben. Ich finde es einfach hervorragend, wie Barok mich zum Spielen animiert. Willkommen im Spektakel des Lebens!“ (Leo De Schepper, Mai 1976)

Praktisches

  • B’rok d’Anvers – De Kleine Expeditie
  • 2. und 3. Juni, 5., 6., 7., 8., 12., 13., 14., 15., 19., 20., 21., 22., 26., 27., 28. und 29. Juli 2018, jeweils um 10, 10.30, 11, 13.30, 14, 14.30, 15 und 15.30 Uhr (Dauer: 90 Minuten)
  • Startpunkt: Brabantse Olijfberg (ehemalige Annuntiatinnenkirche), Lange Winkelstraat 5, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 10,- €
  • Organisation: Eine Produktion von De Kleine Expeditie mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Nathalie Goossens, nathaliegoossens1@hotmail.com, Aline Nuyens, alinenuyens@gmail.com, Dominique Van de Zande, dominique@homemail.com
  • Sprache: Niederländisch Englisch auf Anfrage

 

4. Spaziergänge


Auf den Spuren von Rubens

Eine neu entwickelte Spaziergänge führt sie zu den monumentalen Kirchen von Antwerpen, die allesamt eine enge Verbindung zu Peter Paul Rubens haben. Lassen Sie sich durch diese Gebetshäuser führen und verfolgen Sie, wie sich Rubens von einem wissbegierigen und begabten Schüler zu einem vielseitigen Künstler entwickelte, wie er Kontakte in Antwerpen und weit darüber hinaus knüpfte, und wie er Freud und Leid mit seiner Familie erlebte. Sehen Sie die überwältigenden Meisterwerke, die Rubens zur prachtvollen Gestaltung dieser Kirchen gefertigt hat, mit eigenen Augen, und verschaffen Sie sich einen Einblick in die Hintergründe ihres Entstehens. Diese religiösen Aufträge dienten einerseits als Propagandamittel für die Gegenreformation, die dem katholischen Glauben wieder zu Achtung verhelfen sollten, andererseits machten sie den Namen Rubens bekannt und berühmt.

Diese biografische Entdeckungsreise steht über die Antwerp Museum App zum Download bereit oder kann als Führung gebucht werden. Dabei wird eine Auswahl aus drei Kirchen getroffen und stehen zwei Routen zur Wahl: Die Route „Rubens Entwicklung“ beginnt in der Sankt Andreaskirche und führt über die Liebfrauenkathedrale zur Sankt Carolus Borromäuskirche. Die Route „Rubens Blütezeit“ beginnt in der Sankt Pauluskirche und führt über die Liebfrauenkathedrale zur Sankt Jakobskirche.

Praktisches

Rubens Entwicklung für Gruppen

  • Juni bis 31. Oktober 2018, montags bis samstags, jeweils um 14 Uhr (Dauer: 150 Minuten)
  • Startpunkt: Hauptportal Sankt Andreaskirche, Waaistraat 5, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 105,- € (zzgl. Eintrittsgelder)
  • Sprachen: NL, FR, EN, DE, ES, IT (je nach Verfügbarkeit)
  • Organisation: MKA mit Unterstützung der Stadt Antwerpen und Toerisme Vlaanderen
  • Ansprechpartnerin: Marieke D’Hooghe, marieke.d’hooghe@stad.antwerpen.be
  • Rubens Entwicklung für Einzelpersonen
  • Jeden vierten Samstag von Juni bis Oktober 2018, jeweils um 14 Uhr
  • Kosten: 8,- pro Person (zzgl. Eintritt)
  • Sprachen: NL

Rubens Blütezeit für Gruppen

  • Juni bis 31. Oktober 2018, montags bis sonntags, jeweils um 14 Uhr (Dauer: 150 Minuten)
  • Startpunkt: Sankt Pauluskirche, Torbau an der Ecke Veemarkt/Zwartzustersstraat, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 105,- € (zzgl. Eintrittsgelder)
  • Sprachen: NL, FR, EN, DE, ES, IT (je nach Verfügbarkeit)
  • Organisation: MKA mit Unterstützung der Stadt Antwerpen und Toerisme Vlaanderen
  • Ansprechpartnerin: Marieke D’Hooghe, marieke.d’hooghe@stad.antwerpen.be
  • Rubens Blütezeit für Einzelpersonen
  • Juni und von August bis Oktober 2018 jeden ersten Samstag, jeweils um 14 Uhr
  • Kosten: 8,- pro Person (zzgl. Eintritt)
  • Sprachen: NL


Barock berührt

Antwerpen ist die Barockstadt der „Lage Landen“ schlechthin. Der Barockstil taucht überall im Straßenbild und in den fantastischen Interieurs auf. Großartig, überraschend überschwänglich, theatralisch. „Barock berührt“ ist der ideale Einstieg für einen Gruppenbesuch des Stadtfestivals „Antwerp Baroque 2018“. Ein Stadtführer erläutert mit vielen amüsanten Anekdoten die ereignisreiche Geschichte der imposanten Fassaden, prächtigen Tore und reich verzierten Skulpturen. Die Führung beschränkt sich nicht nur auf „alte Klassiker“. Auch dem zeitgenössischen Barock wird die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. Entdecken Sie beispielsweise die farbenprächtigsten Wandgemälde der Stadt kennen. Zudem erhalten Sie sämtliche Informationen zu allen (aktuellen und künftigen) Veranstaltungen, die Antwerpen als Barockstadt in voller Pracht erstrahlen lassen.

Praktisches

  • Juni bis 31. Dezember 2018
  • Die genauen Uhrzeiten erhalten Sie auf www.antwerpbaroque2018.be (Dauer: 120 Minuten)
  • Startpunkt: Musikkiosk, Groenplaats, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 75,- € pro Führer, max. 20 Teilnehmer pro Führer
  • Organisation: Visit Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Anja De Roeck, anja.deroeck@stad.antwerpen.be


Baroque Shock: a limited edition

Diese Gruppenführung verbindet die beiden schönsten Barockkirchen Antwerpens: Sankt Carolus Borromeus und die ehemalige Augustinerkirche, in der sich heute das Musikzentrum AMUZ befindet. Unterwegs erfahren Sie, wie Barock noch Jahrhunderte lang in der Stadt verblieb und auch heute noch nachhallt.  Das erkennt man beispielsweise an den vielen prächtigen Fassaden im Stil des üppigen Rokokos, des prahlerischen Neobarocks und der Beaux-Arts-Architektur. Als Sahnehäubchen: ein exklusiver Besuch des Musikzentrums AMUZ samt Konfrontation mit Jan Fabres neuestem Werk. Für die Altarbilder Peter Paul Rubens, Jacob Jordaens und Anthonis van Dycks – die die Kirche einst verzierten – fertigte Fabre drei neue Tafeln an.

Praktisches

  • Juni bis 31. Dezember 2018
  • Die genauen Uhrzeiten erhalten Sie auf www.antwerpbaroque2018.be (Dauer: 120 Minuten)
  • Startpunkt: Hendrik Conscienceplein, 2000 Antwerpen – Belgien
  • 75,- € pro Führer, max. 20 Teilnehmer pro Führer
  • Organisation: Visit Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Anja De Roeck, anja.deroeck@stad.antwerpen.be

 

5. Vorlesungen

Amarant

Anlässlich des kulturellen Stadtfestivals „Antwerp Baroque 2018. Rubens inspires.“ verwöhnt die Bildungsstätte Amarant Interessierte mit einer umfangreichen Vorlesungsreihe.

In „Barock für Anfänger“ werden die Grundprinzipien des Barock erläutert. In weiteren Vorlesungen werden die Konfrontation von historischem Barock mit zeitgenössischer Kunst, das Porträt der barocken Künstlerin Michaelina Wautier und Themen wie Ernährung, die sich verändernde Weltanschauung und die Atelierpraxis im 17. Jahrhundert näher beleuchtet.

Praktisches

  • Amarant Vorlesungsreihe
  • Weitere Informationen und Anmeldungen auf www.amarant.be
  • Organisation: Amarant
  • Ansprechpartnerin: Anne De Cock, anne@amarant.be


Rubenianum

Das Rubenianum ist das Expertenzentrum der flämischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts schlechthin. Für die anstehende Vorlesungsreihen konnten Experten aus dem In- und Ausland gewonnen werden.

Im Rahmen der „Rubenianum Lectures 2018“ am Sonntagmorgen werden die Antwerpener Akademie und Zeitgenossen Rubens einmal genauer betrachtet.

In der Vortragsreihe „Rubens and Society, Then and Now“ bespricht Abigail Newman im Herbst am donnerstagabends die Welt Rubens bezogen auf Themen wie Kommunikation, Weltliteratur, Diplomatie und mehr und vergleicht sie mit der Welt von heute.

Praktisches

  • Rubenianum Vorlesungsreihe
  • Weitere Informationen auf www.antwerpbaroque2018.be, Anmeldung per E-Mail an rubenianum@stad.antwerpen.be
  • Organisation: Rubenianum
  • Ansprechpartnerin: Harlinde Pellens, harlinde.pellens@stad.antwerpen.be


Paulskirche

Im Rahmen des Festivals „Antwerp Baroque 2018. Rubens inspires.“ veranstaltet die Sankt Pauluskirche eine Vorlesungsreihe zum Thema „Begeester(en)de barok“ (begeistertes und begeisterndes Barock). Experten der Kunstgeschichte beleuchten von ihrem Fachgebiet aus die Sankt Pauluskirche im barocken Kontext.

Praktisches

  • Vorlesungsreihe ‘Begeester(en)de barok’ – Sint-Paulus
  • Weitere Informationen auf www.antwerpbaroque2018.be, Anmeldung per E-Mail an sintpaulusvrienden@proximus.be
  • Organisation: Sankt Pauluskirche
  • Ansprechpartnerin: Marieke D’Hooghe, marieke.d’hooghe@stad.antwerpen.be


6. Feste


Feierliches und festliche Eröffnungswochenende

Am großen Eröffnungswochenende von „Antwerp Baroque 2018. Rubens inspires.“ (Freitag, 1. Juni bis Sonntag, 3. Juni) können die Besucher in die Welt des Barocks eintauchen.  Ein dreitägiges Festival im Festival mit einer Fülle von Feiern, Performances, Konzerten und Ausstellungen.

Ein logischer Start für das Eröffnungswochenende ist ein Besuch im Hause des Gastgebers dieses Stadtfestivals. Im Rubenshaus entdecken Sie, wer Rubens wirklich war und warum er auch heute noch eine Inspiration ist. Hier lernen Sie Rubens auch als Architekten kennen. Das Programm umfasst Konzerte, Speed-Rundgänge, Workshops für Kinder und Begehungen des Portikus.

Im MAS erfahren die Besucher über Michaelina, die führende Dame der Malerei des 17. Jahrhunderts. Zudem können Sie – ob andächtig oder im Rahmen der „Leise Disco“ tanzend – die Ausstellung besichtigen. Der MASboulevard erstrahlt ebenfalls im barocken Glanz – mit neuen Arbeiten des Antwerpener Fotografen Athos Burez und peppigen DJ-Sets. Und da Barock nun einmal „Überfluss“ entspricht, wird ebenfalls die neue Dauerausstellung „Feest!“ eröffnet und versetzt die Musik der originalen Decap-Orgeln die Besucher in die richtige Stimmung.

In der Ausstellung „Sanguine | Bloedrood“ im M HKA überwältigt Kurator Luc Tuymans die Besucher mit internationalen Meisterwerken. Musiksessions für Babys und Kleinkinder, Familienausflüge und Workshops stehen ebenfalls auf dem Festprogramm – mit einem Konzert des „Viola da Gamba meets electronica“-Virtuosen Liam Byrne als Sahnehäubchen.

In der Sommerausstellung „Experience Traps“ des Middelheimmuseums können Jung und Alt buchstäblich(!) auf das Kunstwerk „Sacrilege“ – eine aufblasbare Replik von Stonehenge in Originalgröße des Künstlers Jeremy Deller – ausspringen. Die Besucher erwartet also ein modernes Barockfest mit überraschenden Kunstwerken, Aktionen und Performances, Führungen, Foodtrucks und DJs.

Im Stadtzentrum Antwerpens kann das Publikum im Rubenshaus oder den fünf monumentalen Kirchen die barocken Schätze (wieder)entdecken. Die Graffiti-Künstler Yvon Tordoir (Antwerpen), Astro (Paris), Smug (Glasgow) und El Mac (Los Angeles) sorgen für den modernen Touch. Unter dem Titel „Baroque Murals“ beginnen sie am 8. Mai mit der Anfertigung großer Wandgemälde an geheimen Orten.

Das Eröffnungswochenende des Barockfestivals endet Sonntagabend (3. Juni) stilvoll auf dem Hendrik Conscienceplein. Am Fuße der Sankt Carolus Borromäuskirche können kostenlose Konzerte – u. a. mit den dänischen Indie-Rock-Göttern von Efterklang, in Zusammenarbeit mit dem Antwerpener Musikerkollektiv Baroque Orchestration X (B.O.X), Dez Mona und dem Chor Tutti Fratelli – besucht werden.

Praktisches

  • Feierliches und festliche Eröffnungswochenende
  • bis 3. Juni 2018
  • Rubenshaus, MAS, M HKA, Middelheimmuseum, die monumentalen Kirchen Antwerpens und die historische Innenstadt
  • Organisation: Stadt Antwerpen mit Unterstützung von Toerisme Vlaanderen
  • Ansprechpartnerin: Mia Prce, mia.prce@antwerpenkunstenstad.be


Festival Royal

Vom 31. August bis 2. September veranstaltet Permeke sowohl in der Bibliothek, als auch auf dem Coninckplein ein ausgelassenes künstlerisches Fest. Das heißt drei Tage lang feiern mit vielen Bildern, Worten und Musik, Gerüchen und Farben, Geschmacksrichtungen und Spaß.

Am ersten Tag übernehmen junge, aufstrebende Künstler mit einer Mischung aus Hip-Hop, himmlischer Traum- und alter Barockmusik den De Coninckplein. Das Line-up umfasst u. a. 3mad, Iamgunz, Davone, Tweeëntwintig, Seefsound, Cristina Sapalo, Zone 54 und Spitler. Abends wird die im August im Rahmen des Graffiti-Meisterkurses und unter den wachsamen Augen von Graffiti VoG und Yvon Tordoir angefertigte Wandmalerei präsentiert. Den Abschluss des Abends bilden B.O.X featuring Brihang & Tsar B – eine Koproduktion von B.O.X, Permeke und Het Wilde Westen. Die Kombination und der Kontrast zwischen dem einerseits äußerst verbalen, tief verwurzelten, authentischen und charismatischen flämischen Rap und dem eher lyrischen, romantischen und doch starken Gesang von Zar B ist ein faszinierendes und abenteuerliches Rezept. Sogar in relativ kleiner Besetzung umrahmen die Barockinstrumente von B.O.X dieses Duo mit einem hybriden und modernen Generalbass-Klangteppich. In bib Permeke wird die Ausstellung „Family Tables“ des renommierten Food-Fotografen Tony Le Duc eröffnet. Er porträtiert Familientraditionen und die kulinarische Vielfalt der Nachbarschaft. Die Ausstellung wird vom exklusiven „Das wohltemperierte DJ-set“ umrahmt. Natashia Kelly und Brice Soniano geben am 2. September Als Warm-up-Act im Nottebohmzaal ein Mini-Konzert (siehe Musik).

Am zweiten Tag würdigt Behoud de Begeerte unter dem Titel „Abondance“ barocke Autoren wie Pjeroo Roobjee, Delphine Lecompte und Jean Marie Berckmans. Über das Leben des letzten Autors geht am Sonntagabend übrigens „De man die zijn snor in brand stak“ (Der Mann, der seinen Schnurrbart entzündete) in Premiere. Abends können Gourmets beim Diner Royal platznehmen und ein von Daphne Aalders von Food for Foodies kreiertes Sieben-Gänge-Menü genießen. Anschließend werden die Tische für eine Probe von „Lucifer“ von De Bronstige Bazooka’s unter der Leitung von Thomas De Prins, Andy Fierens und Michaël Brijs zu Seite geschoben. Abschluss des Abends bildet dann der Maskenball „Bal Royal“.

Der dritte und letzte Tag des Festival Royal richtet sich ganz an Familien. Die Aufführungen von Sinjor Circo und der Theatergruppe sorgen für ein Barockfest für Jung und Alt.

Praktisches

  • Festival Royal – Permeke
  • 31. August bis 2. September 2018
  • Bib Permeke, De Coninckplein, 2060 Antwerpen – Belgien
  • Kostenlos am 31. August und 2. September 2018
  • Sieben-Gänge-Abendessen am 1. September: 55,- € (nur im Vorverkauf)/10,- € VTE (begrenzte Plätze)
  • Die verschiedenen Konzepte für den 1. September können Sie auf www.antwerpbaroque2018.be abrufen.
  • Organisation: bib Permeke
  • Ansprechpartnerin: Christel Kumpen, christel.kumpen@stad.antwerpen.be


This is Baroque – Leave Us At Dawn x This is Antwerp

„Leave Us At Dawn“ ist ein einzigartiges Kulturfestkonzept, das auf ganz eigene Weise Kunst und Kultur einem großen Publikum näher bringt. Dieses Jahr beweist „Leave Us At Dawn“, dass das Barock auch heute noch durch die Adern der Antwerpener Clubszene strömt. Deren Stadtball wird garantiert ein prestigeträchtiges Fest! Von Hip-Hop, Jazz, modernem Dance, Cocktailkultur, Fashion, Fotografie, Drag-Queen-Kultur bis tiefem Underground. Sie alle haben eines gemeinsam: die barocke Fülle in Form und Inhalt. Ein einmaliges Erlebnis, das bis ins Morgengrauen geht.

Praktisches

  • This is Baroque – Leave Us At Dawn x This is Antwerp
  • Datum, Ort, Line-up und weitere Details folgen noch auf www.antwerpbaroque2018.be
  • Organisation: Caravan mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Wolfram Ghesquière, wolfram@stalker.be


Game of Tones Festival

Das Musikfestival „Game of Tones“ schlägt eine Brücke zwischen den Klängen klassischer und elektronischer Musik. Die Musiker arbeiten eher mit langen, sich wiederholenden Melodien als mit Strophen oder Refrains. Eine Vorführung, bei der man sitzen, zuhören und den eigenen Gedanken freien Lauf lassen kann. „Game of Tones“ findet in der Sankt Willibrordkirche unter dem wachsamen Auge des Heiligen Willibrords von Peter Paul Rubens statt. Namen wie das Amsterdammer Gamelan Ensemble Widorsari, der Organistendozent Luc Ponet, das Duo MITTLAND OCH LEO, Miaux und Steven De Bruyne stehen sind hier Programm. Mit Afterparty in der Pekfabriek.

Praktisches

  • Game of Tones Festival
  • 15. bis 17. November 2018, jeweils ab 20 Uhr (mit Afterparty am 17. November)
  • Sankt Willibrordkirche, Pastorijstraat 2, 2060 Antwerpen – Belgien
  • 21,- €
  • Organisation: 5 voor 12 mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartner: Sven Mes, svennimessi@gmail.com


Baroque Is Not Dead! – Vonk and Zonen

Baroque Is Not Dead! ist ein eintägiges Kulturfestival ganz im Geiste des Barocks. Ein einzigartiges und ausgelassenes multidisziplinäres Festival und ein große und mitreißende Hommage an die inspirierende Schönheit des Barocks.

Baroque Is Not Dead! fordert zeitgenössische Künstler dazu heraus, die Gegenwart einmal durch eine barocke Brille zu betrachten. Sarabande meets Urban Dance. Beats begleitet von einem Cembalo. Verse von Vondel im zeitgenössischen Gewand. Baroque Is Not Dead! führt uns in die Blütezeit des Barocks und erzählt gleichzeitig viel über die Gegenwart: Das Verlangen nach etwas Größerem, etwas Höherem, eine unstillbare Sehnsucht und unendliche Hoffnung. Baroque Is Not Dead! steckt randvoll höfischer Lebensfreude. Feiert die Pracht der barocken Sprache. Ehrt den Körper wie eine Kathedrale. Erzeugt Klangbalsam für suchende Seelen. Während eines ewigen Abends entfaltet sich im Herzen der Stadt ein Universum Tremendum et Fascinans. Die besten (inter)nationalen Musiker, Performer, Poeten und Tänzer kreieren und komponieren speziell für diesen Anlass neue Werke. Einzigartige Kooperationen mit einem einzigen höheren Ziel: emotionale Ekstase, totale Verzückung von Körper und Geist. Eine anregende Polyphonie aus Gesang, Tanz und Sprache.

Praktisches

  • Baroque Is Not Dead! – Vonk and Zonen
  • 24. November 2018 ab 20 Uhr
  • DE Studio, Maarschalk Gerardstraat 4, 2000 Antwerpen – Belgien
  • Weitere Informationen auf www.destudio.be
  • Organisation: VONK and Zonen mit Unterstützung der Stadt Antwerpen
  • Ansprechpartnerin: Lotte Dodion, lotte.Dodion@vonkenzonen.be, info@vonkenzonen.be

 

7. Rubens inspiriert das Antwerpener Handwerk
 

Nicht nur Künstler, sondern auch Antwerpener Bäcker, Metzger, Käser, Brauer, Teekenner, Brennereien, Chocolatiers und Keksbäcker huldigen dem Meister mit Sonderausgaben ihrer Produkte.

Die Bäckerei Goossens, ein wahres Institut in Antwerpen, ließ sich von Rezeptbüchern aus dem 17. Jahrhundert inspirieren und brachte ein barockes Brot mit zugehörigem Brotbeutel auf den Markt. Het Toontje, der erfolgreiche Vorgänger des barocken Brotes, den die Bäckerei Goossens 1999 anlässlich des Van-Dyck-Jahres kreierte, ist auch heute noch jeden Freitag erhältlich.

Die Antwerpener Stadtbrauerei schlechthin – De Koninck – entwickelt für ihren Tripel d'Anvers eine Verpackung mit vier Flaschen, die in den Farben und im Stil des Barockfestivals gehalten ist.

Studenten der Königlichen Akademie für Schönen Künste ließen sich vom Thema Barock inspirieren. Das Ergebnis sind sechs einzigartige Designs, von T-Shirts bis zum Turnbeutel, hergestellt von PAS Print.

Die Handwerkskunst des Käsers Van Tricht zeigt sich u. a. in seinen Bierkäsen. Für Tripel d‘Anvers kreierte Van Tricht eine köstliche Käsekugel.

Rosenknospen und Blütentee, zwei Sorten aus dem Tee-Sortiment von Lulin, werden speziell für Antwerpen Baroque 2018 neu gemischt. Wie alle Tees von Lulin werden auch diese Teesorten traditionell hergestellt: handverlesen und von Hand verarbeitet.

Für den Schokoladenriegel Rubensreep wählte Chocolatier Jitsk die vollen Aromen von Gewürzen und getrockneten Früchten aus. Das Ergebnis ist 100% Geschmack, mit einem luxuriösen Hauch.

Die „Antwerpse handjes“ (Antwerpener Hände), die berühmtesten Kekse der Stadt, erhalten eine limitierte barocke Variante, verpackt in einer personalisierten Schachtel.

Wer an Rombouts denkt, denk sofort an hochwertigen Kaffee. Mit der Rubens-Kaffeemischung entwickelte das Antwerpener Unternehmen speziell für Antwerp Baroque 2018 ein einzigartiges Produkt.

HAVN bietet eine Sonderausgabe mit vier Probierflaschen verschiedener, von vier Welthäfen inspirierten, Gins an: Marseille, Bangkok, Kopenhagen und … na klar! … Antwerpen.

The Butcher's Store fand ein altes flämisches Rezept für eine Bierwurst mit dem Aroma einer Prise Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Es wird aus Zeeuws-Vlaams (seeländisch-flämischem) Duroc-Schweinefleisch hergestellt und authentisch zubereitet, auf Eichen- und Buchenholz geräuchert und anschließend getrocknet.

Elixir d'Anvers wird immer noch nach alter Tradition auf Grundlage zahlreicher Pflanzen und Kräuter aus aller Welt zubereitet, was dem Getränk seinen einzigartigen Geschmack verleiht. Die limitierte Barock-Ausgabe wurde in speziellen Fässern gereift.

Antwerpen‘s Most Brilliant: Nico Taeymans, Rudiam und Gerhild Kirchner, drei Juweliere von Antwerpen‘s Most Brilliant, entwarfen speziell für das Barockfestival ein Juwel mit barocker Handschrift: elegant und extravagant. Gerhild Kichner ließ sich von den opulenten Rahmen barocker Gemälde inspirieren und schuf eine Brosche in Form eines Rahmens. Mike Rombout van Rudiams Ansicht nach, verkörpert Rubens den Geist des Barocks. Sein Entwurf ist von den Engeln aus Rubens „Die Verkündigung“ inspiriert. Nico Taeymans entwarf neben einer Reihe von Ohrringen eine bemerkenswerte Halskette. Dieses besondere Stück ist vergoldet und mit weißen und roten Korallen, Perlen, Strass, Rauchquarz und Karneol besetzt.

Auch die Standaard Uitgeverij wollte sich dem Barock widmen und holte die anlässlich des Rubens-Jahres 1977 herausgegebene Ausgabe „De Raap van Rubens“ der belgischen Comicreihe Suske und Wiske (auch als Bob und Bobette bekannt) für eine brandneue Neuauflage aus der Schublade hervor.

Ab Juni sind diese barocken Antwerpener Regionalprodukte im Antwerpener Stadtladen, in den Museumsläden und der Pop-up-Bar Baroque (Nationalestraat 45) erhältlich. Der Comic ist auch in der Buchhandlung erhältlich.

Übersicht der Verkaufsstellen:

  • Bar Barok/Antwerp City Brewery, Nationalestraat 45, geöffnet von 15/5 bis 15/9 von 11 bis 19 Uhr. Sie können das hier geniessen und kaufen!
  • Visit Antwerp, Grote Markt 13
  • Rubens House, Wapper 9-11
  • MASshop, Hanzestedenplaats 1
  • Middelheim Museum, Middelheimlaan 61
  • Plantin-Moretus Museum, Vrijdagmarkt 22
  • Mayer van den Bergh Museum, Lange Gasthuisstraat 19
  • De Koninck city brewery, Mechelsesteenweg 291
  • Antwerp flYshop, Luchthavenlei
  • Flandersshop, Grasmarkt 61, Brussels
  • M HKA, Leuvenstraat 32
  • FOMU, Waalsekaai 47
  • Snijders&Rockox House, Keizerstraat 10-12